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Ab 2018 neun Jahre bis zur „Prüfung der Reife“

Zusätzlicher Raumbedarf für G9 erst 2026/27“, titelte der Waterbölles am 8. Dezember Im Haupt- und Finanzausschuss hatte die Verwaltung ihre Antwort auf eine Anfrage der SPD zum künftigen gymnasialen Unterricht und dem daraus womöglich resultierenden Raumbedarf vorgelegt.  „Die Landesverbände von CDU und FDP haben sich in ihrem Koalitionsvertrag darauf verständigt, eine „Leitentscheidung“ für die Rückkehr zu den G9-Bildungsgängen an den Gymnasien zu treffen. Aktuell liegt ein Gesetzesentwurf vor, nachdem an den Gymnasien „G9“ aufbauend ab dem Schuljahr 2019/2020 als Regelform eingeführt wird. „G8“ soll als Option bestehen bleiben. Hierüber würden die Schulkonferenzen entscheiden“, berichtete die Verwaltung in der Sitzung über die Wiedereinführung des G9-Bildungsganges an Gymnasien. Dazu gaben gestern die Rektoren der vier Remscheider Gymnasien - Stephan Döhring (Gertrud Bäumer), Dr. Thomas Giebisch (Leibniz), Matthias Lippert, (Röntgen) und Hans-Heinz Schumacher (Ernst Moritz Arndt) - eine Pressekonferenz, um Unruhe in der Elternschaft entgegenzuwirken.

Die Botschaft: Was über das neue Gesetz bislang zu erfahren war, zeige deutlich, dass das alte „G9“ wieder zum Regelfall werde, und zwar mit Beginn des Schuljahres 2018/19. Alle Viertklässler, die im August 2018 von der Grundschule auf eines der Remscheider Gymnasien wechseln, werden das Abitur frühestens in neun Jahren erreichen können. Denn dass sich auch nur eine der vier Schulkonferenzen für das jetzige „G8“ entscheiden würde, sei mehr als unwahrscheinlich, da waren sich die vier Rektoren gestern einig. Denn für eine solche Entscheidung wäre in den Gremien, die zu je einem Drittel mit Lehrern, Eltern und Schüler/innen besetzt sind, eine zwei Drittel-Mehrheit plus einer weiteren Stimme erforderlich. Und dass der Schulträger, in diesem Fall die Stadt Remscheid, von ihrem Veto-Recht zu Gunsten von „G8“ Gebrauch mache, sei fast schon utopisch, deuteten die Schulleiter an. Ihre Prognose: In ganz Nordrhein-Westfalen würden mehr als 600 Gymnasien zu „G9“ zurückkehren und gerade mal zehn bei der um ein Jahr kürzeren Sekundarstufe 1 bleiben.

Das eindeutige Votum für „G9“  wollen Döhring, Giebisch, Lippert, und Schumacher aber nicht als Kritik an „G9“ verstanden wissen. Die Remscheider Gymnasien hätten es geschafft, „G8“ für die Schülerinnen und Schüler „passend zu machen“ (Döhring), so dass es von Seiten der Eltern gegen die kürzere Schulzeit auch keinerlei Beschwerden gegeben habe, zumal den Schulalltag in „G8“ Lehrer, Eltern und Schüler gemeinsam gestaltet hätten. Gleichwohl sei der Wunsch vieler Eltern nach der neunjährigen Schulzeit bis zum „Prüfung der Reife“ (Abitur) unüberhörbar, und dem komme die Landesregierung nun nach (Schumacher).

Der Leiter der EMA hätte sich für die erforderlichen Umstellungen der Lehrpläne etc. mehr Zeit gewünscht, etwa drei Jahre. Doch die bliebe nun leider nicht. Ein Manko, das auch die Schulverlage beklagen. Sie warten dringend auf die neuen (und noch nicht geschriebenen) Kern-Lernpläne auf Landesebene, ohne die sie keine neuen, auf neun Unterrichtsjahre zugeschnittenen Lehrbücher herausgeben können. Man werde sich wohl noch eine Zeit mit den alten Büchern begnügen müssen, fürchtet Hans-Heinz Schumacher. Das werden vor allem die „Sextaner“ spüren, wenn sie im August 2018 ins Gymnasium kommen. Ihr Unterrichtsstoff dürfte dann noch der alte, komprimierte sein. Aber: „Kein Grund zur Sorge“, sagte Matthias Lippert. „Wir werden uns bemühen, den Unterrichtsstoff gut zu verteilen!“

Im Regelfall wird bei „G9“ pro Woche vom Unterricht am Nachmittag eine bis anderthalb Zeitstunden ausfallen, nimmt Hans-Heinz Schumacher an. So werde der Unterricht zwar gestreckt, für die Schülerinnen und Schüler werde sich daraus aber keine unmittelbare Entlastung ergeben. Denn: „Auf sie kommen dann mehr Hausaufgaben zu!“

Und dann wurde doch noch leise Kritik der Pädagogen an „G8“ laut: Manche Jungen und Mädchen, deren „Reifesprung“ zu spät gekommen sei, seien folglich für das Abitur noch nicht reif gewesen. Das habe sich insbesondere in den geisterwissenschaftlichen Fächern gezeigt – bei der Diskussion von philosophischen Fragen. Der Schlussfolgerung, dass für die Lehrerinnen und Lehrer der Unterricht in Unterprima und Prima (Klasse 12 und 13 vor dem Abitur) nun womöglich ein wenig leichter werde, widersprachen die Schulleiter gestern nicht.


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Sven Wolf (MdL, SPD) am :

„Die Räume reichen nicht, um zum Abitur nach neun Jahren zurückzukehren. Die Städte stellen fest: die Schulen sind bei steigenden Schülerzahlen, mit denen vielerorts zu rechnen ist, am Limit. Das wird auch in Remscheid auf die vier Gymnasien zukommen. Für mich ist klar: hier muss das Land aufkommen.“ Die SPD-Landtagsfraktion hat deshalb in der heutigen Sitzung des Ausschusses für Heimat, Kommunales, Bauen und Wohnen eine sogenannte dringliche Frage zum G9- Beschluss der Landesregierung gestellt. „Wir wollten vor allem wissen: was kommt an Mehrkosten auf die Kommunen zu“, berichtet Sven Wolf, Landtagsabgeordneter für Radevormwald und Remscheid und zugleich kommunalpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag Nordrhein-Westfalen. „Darauf konnte die Landesregierung uns keine Antwort geben. Rückmeldungen der Kommunen liegen der Kommunalministerin noch nicht vor, obwohl es bereits eine Abfrage bei den Städten und Gymnasien gegeben haben soll. Der Verweis auf die in Bayern gemachten Erfahrungen führt in die Irre: NRW ist wesentlich städtischer strukturiert als der bayrische Freistaat und hat eine völlig andere Sozialstruktur. Der Landtag wird nun also über die Rückkehr zu G9 beraten, obwohl sich die Klagen der Städte und Gymnasien hinsichtlich der zu erwartenden Kosten und Raumbedarfe häufen. Die Landesregierung bleibt den Kommunen in Nordrhein-Westfalen entscheidende Antworten schuldig.“ (Pressemitteilung)

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