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„Kultur-Tödder am Abend“ auf dem Honsberg

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

„Tödder“ oder auch regional „Tötter“ ist bergisches Platt und heißt auf Hochdeutsch „Plausch“. „Kultur-Tödder am Abend“ ist ein Netzwerktreffen für alle Kulturschaffenden im Bergischen Land: Künstlerinnen und Künstler, Vertreterinnen und Vertreter von Kulturinstitutionen, Vereinen und Kommunen, Kulturprofis wie ehrenamtlich Engagierte. Im April findet diese Veranstaltung in Remscheid statt, und zwar am Dienstag, 17. April, von 19 bis 21 Uhr beim Verein „Ins Blaue“, Siemensstraße 21-23, auf dem Honsberg. Dort haben unterschiedlichste Künstlerinnen und Künstler aus einem unbewohnten Straßenzug das Künstlerviertel „Ins Blaue“ geschaffen. Es entstanden Ateliers, eine Galerie, Probenräume und eine Musik- und Kunstschule. Katja Wickert, eine der Initiatoren des Projektes, stellt das Künstlerquartier vor und berichtet mit weiteren Künstlerkollegen vom Projekt „Neue Musik im Bergischen Land“, das aktuell im Aufbau ist. Bei Getränken und Laugengebäck können die Anwesenden anschließend miteinander ins Gespräch kommen.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Kulturwerkstatt der Regionalen Kulturpolitik Bergisches Land statt. Die Kulturwerkstatt ist ein Weiterbildungsangebot für alle Kulturschaffenden im Bergischen Land. Durch die Unterstützung des Landes NRW und der bergischen Städte und Kreise kann die Veranstaltung unentgeltlich angeboten werden. Um Anmeldung wird gebeten bis zum 13. April unter E-Mail info@kulturbergischesland.

 

"... und die Gegenwart schaut hilflos dabei zu!"

Zehn Regionsschreiber/innen waren im vergangenen Jahr in Anlehnung an die mittelalterliche Position des Stadtschreibers in den zehn Kulturregionen Nordrhein-Westfalens unterwegs. Was ihnen zum Alltag der Menschen ein- und auffiel, dokumentiert das „Lesebuch NRW“ auf 200 Seiten. Im „Literarischen Salon NRW“ der Leipziger Buchmesse wurde es jüngst vorgestellt. Eine Auswahl aus den rund 140 Texte findet sich im Internet auf dem Blog http://www.stadt-land-text.de. Dazu gehören auch Texte von Dimitri Manuel Wäsch, der vier Monaten durch das Bergische Land reiste und seine Eindrücke in Kurzgeschichten, Reportagen und Porträts festgehalten hat. Mit seinem freundlichen Einverständnis veröffentlicht der Waterbölles seine Geschichte über das Allee-Center und die Alleestraße in Remscheid.

„Vergangenheit oder Zukunft?“

von Dimitri Manuel Wäsch

Ich stehe vor einer Familie, der besonderen Art. Eine Mutter, ein Vater und ein Kind. Sie tragen alle moderne Kleidung und haben dabei ideale Maße. Die drei haben sehr markante, schöne Gesichter, die Frisuren sitzen. Schaut man zu lange hin, möchte man etwas kaufen. Doch es fällt auf, keine der Schaufensterpuppen lächelt, nur ein müder Blick, und dann spricht der Konsum in ernsten Worten zu uns.

«Guten Tag, kann ich Ihnen helfen?»
«Ja, lassen Sie mich in Ruhe!»

Nicht nur in den Ladengeschäften wird man mit dieser Modellwelt konfrontiert, alle paar Meter finden sich auf den Gängen der heiligen Hallen des Allee-Centers kleine Inseln, hier wie da, das gleiche Bild.

Diesem Bild entspringt jedoch ein Kontrast, denn wir befinden uns nicht in irgendeiner Parallelwelt, sondern in dem von den Remscheidern liebevoll ‚Rollator-City‘ getauften Einkaufszentrum. Und während dort einerseits die Zukunft zu uns spricht – in Form der nächste Winterjacke und des trendigen Kaschmirschals aus dem indischen Himalaja –, da spricht auch die Vergangenheit zu uns und schiebt vierrädrige Stützgestelle vor sich her.

Übersee dachten sich die windigen Amerikaner in den 1950er Jahren das Konzept der Mall aus: Mit dem Auto von der eigenen Haustüre bis zur Pforte des Einkaufszentrums und unter einem Dach den ganzen Konsumrausch durch die Adern jagen. Und der Amerikaner sah, dass es gut war. Er exportierte das Modell „Mall“ in alle Ecken dieser Welt, einmal stand ich in einer in Thailand, eine klimatisierte Oase im Großstadtjungle Bangkoks. In Remscheid sprang der Funke sofort über, der Himmel ist undicht, man geht seine Runden also nun unter Dach und die stummen Vorbildsfamilien schauen einem dabei zu.

Ich treffe Maria, sie ist schon 99 Jahre alt, sie sitzt fast täglich hier und sieht für ihr Alter unheimlich vital aus, hat rosige Backen und trägt ein ordentliches Kostüm. Maria wurde im Kaiserreich geboren. Eine Frau mit grünem Haar läuft an uns vorbei, Maria geht das Herz auf. Damals, erzählt sie, wäre das nicht möglich gewesen, da war es Frauen nicht einmal erlaubt zu rauchen. Vielleicht ist das ihr Geheimnis für ein langes Leben. Viel Bewegung gehöre aber auch dazu. Dafür eignet sich das Allee-Center vortrefflich, bei Wind und Wetter, hier trifft man sich und kann beobachten.

Einkaufszentren, der lang gesuchte Jungbrunnen? Das ginge nun zu weit, aber eine Symbiose bilden sie schon, die älteren Menschen und das Einkaufszentrum. Sind wir jetzt in der Zukunft oder in der Vergangenheit?

Doch ich möchte natürlich mehr von Remscheid sehen, denn die Parallelwelt ‚Einkaufszentrum‘ schaut ja doch überall gleich aus. Also hole ich mir ein Bier im Real und folge den Infoschildern zum Ausgang.

Die Allee Straße liegt zu Füßen des Einkaufszentrums und strotzt weniger vor Leben. Über den wenigen Menschen in der Fußgängerzone hängen Regenschirme, der Anblick ist nett. Zu beiden Flanken der Allee stehen die Bäume häufig vor verschlossener Türe. In der Spiegelung der Scheibe steht der Baum ein zweites Mal, hinter der Scheibe nichts. Ein Dönerladen dreht kein Fleisch mehr im Kreis, und auch die Hähnchenrotation hat ein Ende gefunden. Die übrig gebliebenen Geschäfte, es ist ein trauriges Fazit, sind ebenfalls allerorts die gleichen. Darunter jene Läden, die ihr Glück nur für einen Euro in die Welt tragen, außerdem Banken, Mobilfunkexperten, Wettbüros, Friseure und nicht zu vergessen, ein wenig individueller: Eiscafés.

Bei mir hat das Konzept von Eiscafés bereits als Kind nicht so recht eingeschlagen, also lange bevor ich Kaffee zu schätzen wusste und noch gerne Eis aß. Plastikstühle, Plastiktischdecke und ein viel zu langer Löffel, der nach Metall schmeckte. Das ist meine erste Erinnerung an ein Eiscafé namens ‚Riviera‘. Was ich immer gut fand, waren die italienischen Ladenbesitzer und deren ebenso überzeugende wie übertriebene Herzlichkeit; als sei eben alles Spaghetti-Eis. Und außerdem, was zählt schon meine Meinung? Denn spaziert man die Alleestraße zum Markt, stellt man fest, dass diese Eiscafés quasi the last man standing sind. Während überall Ladenlokale und Geschäfte jeder Art schließen, floriert das Geschäft mit der Kaltspeise, und die Leute essen fleißig weiter aus der Waffel und lassen sich das Dolce Vita eintrichtern.

Das Schicksal Leerstand teilen viele Städte, der Einzelhandel unterliegt, wie viele andere Aspekte unseres Lebens, einem enormen Wandel. Den neuseeländischen Apfel kauft man beim Discounter. Die neueste Jeans im Einkaufszentrum. Die mit dem Mobilfunktelefon gesteuerte Flug-Drohne im Online-Buchhandel. Und als sei das nicht schon schlimm genug, kommt noch dieser demographische Wandel dazu: Die Gesellschaft wird älter und die Jungen ziehen weg. Die gute alte Einkaufsstraße schreit verzweifelt um Hilfe. Was kann man tun?

Das fragt sich auch StadtBauKultur NRW, ein gemeinnütziger Verein und eine Initiative des Landes in Zusammenarbeit mit Berufsverbänden. Also tauche ich ein, nehme an einer Führung der aktuellen Ausstellung in der Alleestraße teil und verliere mich schnell in wohlklingenden Sätzen. Als eine gute Stunde vorbei ist, stehe ich mit einigen Visitenkarten in der Hand und nachhallenden Abkürzungen und Fachjargon im Kopf alleine auf der Allee Straße; es ist kalt. Auf dem kleinen Prospekt, das man mir gab, steht in weißen Lettern auf blauem Grund der Slogan: Gute Geschäfte. Was kommt nach dem Einzelhandel? Die Frage bleibt unbeantwortet. Nicht, das sie einfach zu beantworten sei, geht es jedoch um einen Wandel und die dazu benötigte Flexibilität, ist die Politik vielleicht nicht der beste Ansprechpartner.

Und der Wandel ist nicht zu leugnen: Die Abwanderung, vor allem jener wichtigen 25- bis 45 Jährigen, nahm stetig zu und hätte Remscheid bald unter die Grenze einer Großstadt mit 100.000 Einwohner zurückgeworfen. Wäre da nicht die Migration. Sie haben richtig verstanden! Einwanderung – Positiv! Man muss es heut zutage wohl so klar sagen. Denn seit dem Jahr 2012 federn Menschen mit Migrationshintergrund, die nach Remscheid ziehen, den Einwohnerschwund ab und führten 2014 erstmals wieder zu einem positiven Wandersaldo, also mehr Ein- als Auswanderung.

Nun ja, ich stehe also auf der Alleestraße, habe alle das im Kopf, und eine Familie läuft an mir vorbei, Die Eltern und die beiden Kinder sprechen türkisch. Auf dem Rückweg zum Auto gehe ich in Richtung des Allee-Center und komme noch einmal an den Leerständen vorbei. Auf halber Strecke fühle ich mich, als sei ich zwischen die Vergangenheit und die Zukunft geraten, die beiden ziehen an mir und die Gegenwart schaut hilflos dabei zu.“

Detailliebe, Geduld und große Perfektion

Die höchste Stelle des Remscheider Stadtgebietes befindet sich mit 378,86 Metern auf dem Brodtberg im Ortsteil Hohenhagen. Für Thomas E. Wunsch war die Zahl 378 im vergangenen Jahr das Ziel bei einem Buchprojekt, das von der ersten vagen Idee bis zum 248 Seiten starken Buch mit insgesamt 414 Fotos gut fünf Jahre in Anspruch nahm. Genau 378 Portraits von Remscheiderinnen und Remscheidern, Jung und Alt, sollte dieser Bildband über seine Heimatstadt zeigen, hatte sich der bekannte Fotograf vorgenommen, und dieses Ziel hat er erreicht, wie jetzt die Präsentation des druckfrischen Werkes durch Christiane Rahrbach und Ernst-Wilhelm Bruchhaus vom Bergischen Verlag bewies. Ein weiteres Portraits zeigt ihn selbst. Und alle 379 Fotos zeigen formalfüllend die Gesichter der Menschen, die sich bei diversen öffentlichen Terminen hatten fotografieren lassen - steht frontal, stets  in schwarzer Oberbekleidung und stets vor schwarzem Hintergrund. Und aufgenommen mit viel Detailliebe, Geduld und großer Perfektion.

Die übrigen 35 Fotos in dem Bildband, dem Thomas E. Wunsch den Namen „Bestandsaufnahme“ gab, zeigen Orten in Remscheid, die manchen Bewohner in diesem Bildband womöglich bewusst zum ersten Mal sehen: Hinterhöfe mit herbem Charme. Thomas E. Wunsch: „Ich musste erst einmal mein Auge für die wundervolle Tristesse der Remscheider Hinterhöfe schärfen. Eben jene Hinterhöfe, die wir nicht mehr wahrnehmen, da wir achtlos Tag für Tag an ihnen vorbei gehen… Mit der Zeit rückte dann der Remscheider Bürger immer mehr in meinen Fokus. Dieser ist es schließlich, der diese Stadt ausmacht!“

„Bestandsaufnahme“
von Thomas E. Wunsch
erschienen im Bergischen Verlag,
RS Gesellschaft für Informationstechnik mbH & Co. KG, Auf dem Knapp 35
Hardcover mit Fadenheftung, 21 x 29,7 cm
248 Seiten mit 391 Fotos
ISBN: 978-3-945763-50-6
Preis 24,95 €
erhältlich in allen Buchhandlungen.

Was zunächst als andersartiger Bildband über Remscheid geplant war, wurde so schließlich „ein wunderbares und künstlerisch anspruchsvolles Zusammenspiel“ auf 248 Buchseiten. „Der Bergische Verlag freut sich, dieses Projekt verwirklicht zu haben“, betonte Christiane Rahrbach.

Schade, dass Thomas E. Wunsch an der Buchpräsentation wegen eines Krankenhausaufenthaltes nicht teilnehmen konnte. Auch auf diesem Wege: „Gute Besserung, lieber Thomas. Und ein ‚Chapeau‘ zu Deinem gelungenen Buch!“

Kreisverkehre als ortstypische Kunstwerke?

Zwei Sitzungen, ein Thema: Zur Sitzung der Bezirksvertretung Süd und der Bezirksvertretung Lüttringhausen am 18. April haben die jeweiligen SPD-Fraktionen den Antrag gestellt, die Verwaltung möge prüfen, ob die Innenfläche des Kreisverkehrs Hohenhagener Straße und des Kreisverkehrs Klausener Straße künstlerisch gestaltet werden kann. Begründung: „Das Land Nordrhein-Westfalen hat am 16. März angekündigt, ein Förderprogramm ‚Heimat-Werkstatt‘ zu schaffen, bei dem eine Förderung für ortstypische Kunstwerke – beispielsweise in Form der Gestaltung von Kreisverkehren - von bis zu 40.000 Euro pro Projekt erfolgen kann.“

Start in den größten Kokon der Welt

Wie lassen sich Vorurteile gegenüber Flüchtlingen wirkungsvoll abbauen? Der deutsch-syrische Autor und Comedian Firas Alshater versuchte am Donnerstagabend, dies in der vollbesetzten Aula der Zentralbibliothek einer erwartungsvollen Zuhörerschaft zu erklären. In Kombination mit einer Serie kurzer, provokativ gestalteter, rechtsradikal ausgerichteter Videoclips machte er Vorurteile sichtbar und führte sie ad absurdum. Aus seiner Autobiografie „Ich komm auf Deutschland“ zu zitierend überzeichnete er witzig und frech seine ersten Eindrücke beim Ankommen in Deutschland, bei den vielen unverständlichen Vorkommnisse in den Ämtern und im Lebensalltag als Flüchtling.

Alshater ist Deutschlands erster „Flüchtlings-YouTuber“ und wurde mit seiner Reihe „ZUKAR-Stückchen“ großen Bevölkerungskreisen bekannt, wobei das erste Video „Wer sind diese Deutschen“ mehr als 2,5-millionenfach angeschaut wurde und TV-Anstalten und überregionale Zeitungen ihm weitere Publizität verschafften. Eindringlich stellte Alshater gestern das Leid in seiner syrischen Heimat anhand seiner eigenen Biografie dar und seine Bemühungen um ein Visum zur Filmproduktion mit dem Produzenten Heilig für den Film „Syria Inside“, der 2013 fertig gestellt wurde: „Papiere? -  Was wollen Sie in Deutschland?- Haben sie Geld dabei?“ von den Fragen des Polizisten bei der Einreise über die Anmerkung eines Jobcenter-Mitarbeiters „Machen Sie bloß kein Studium…machen Sie eine Ausbildung“  - und weiteren zahlreichen Beispielen auf dem Weg zur Integration in die deutsche Gesellschaft verdeutlicht er seine Empfindungen im Aufnahmeland, nicht Gastland, da er nicht „eingeladen“ worden sei. Seine Lesung schloss er gleichwohl mit der Überzeugung ab, dass Integration gelingen kann….

Die kurzweilige, durch eine kleine Pause unterbrochene Lesung schloss nach zwei Stunden mit vielen Nachfragen aus dem Publikum ab. So bestand Interesse nach der Vorgehensweise der syrischen Post bei der Briefzustellung und der Antwort auf die Frage, was man in Deutschland verbessern könnte, um Flüchtlinge besser und schneller zu integrieren und was Humor für ihn bedeute. Fragen nach der Flucht und seinem Wunsch, sich Deutschland unbedingt „anzueignen“, schlossen sich an.

Moderator Wolfgang Luge von den Lütteraten begleitete den Autor, und Helma Ritscher von der Deutsch-Indischen Gesellschaft übereichte kleine Präsente an Autor und Musiker. Einfühlsam musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung durch Naser Al Khativ auf der Darbuka, einer im Vorderen Orient und Nordafrika beheimateten Bechertrommel. Die 12.Lesung innerhalb der Interkulturellen Lesereihe wird am 22. November mit einer Lesung des deutsch-bulgarischen Autors Ilija Trojanow („Nacht der Kultur“) fortgesetzt.

Akademie der Kulturellen Bildung wird 60

Mit einem Festakt feiert die Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW am 11. April ihr 60-jähriges Bestehen. Zusammen mit zahlreichen prominenten Weggefährt*innen und Freund*innen blicken wir an diesem Tag auf 60 Jahre kulturelle Bildungsarbeit zurück und richtet gleichzeitig den Blick in die Zukunft. Denn Kulturelle Bildung hat in den letzten Jahren nicht nur eine bundesweite Renaissance erlebt. Sie wird zunehmend als Kit für stärkeren gesellschaftlichen Zusammenhalt entdeckt, nicht zuletzt durch die Einbindung von Themen wie Diversität, Nachhaltigkeit, Inklusion oder Digitalisierung.

Die Akademie der Kulturellen Bildung, die 1958 als Musische Bildungsstätte gegründet wurde und lange Jahre als Akademie Remscheid firmierte, ist das zentrale Fortbildungsinstitut der kulturellen Kinder- und Jugendbildung. Sie qualifiziert interdisziplinär im gesamten Themenspektrum der Kulturellen Bildung und verfügt über ausgewiesene Expertise in Theoriebildung, Politikberatung sowie in der Entwicklung von Berufsbildern und Arbeitsfeldern. Den Fachdiskurs gestaltet sie durch Tagungen, Publikationen und Expertenveranstaltungen. Die Akademie ist Teil eines umfassenden Netzwerks von Institutionen und Personen aus dem Feld der Kulturellen Bildung.
Die fachlichen Aktivitäten der Akademie der Kulturellen Bildung finden auf internationaler, bundes-, landesweiter und regionaler Ebene statt. Für regionale Vernetzung vor Ort ist das Programm AkademieRegio zuständig. Auf internationaler Ebene unterstützt die Akademie als nationales Observatory unter Schirmherrschaft der UNESCO-Kommission den Aufbau eines europäischen Netzwerks Kultureller Bildung

Zu Beginn des Festaktes führt Prof. Dr. Susanne Keuchel, die Direktorin der Akademie, mit mit Filmen, Bildern und Textzitaten in die Geschichte der Akademie ein. Zu der knapp vierstündigen Veranstaltung gehört auch ein moderiertes RoundTable-Gespräch mit „Prominente Weggefährten der Akademie“ sowie die Aufzeichnung WDR 3 Forum Kulturelle Bildung 2030 - Chancen, Herausforderungen, Perspektiven Moderation: Dr. Bünyamin Werker, Studienleiter der Akademie Diskutant*innen: Olaf Zimmermann, Publizist und Geschäftsführer Deutscher Kulturrat; Tom Braun, Geschäftsführer Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung; Kenan Kücük, Geschäftsführer Multikulturelles Forum e.V.; Sheherazade Becker, TINCON e.V.; Clara Wengert Geschäftsführerin Deutscher Bundesjugendring DBJR; Susanne Keuchel, Direktorin der Akademie.

Stelle der künstlerischen Programmverantwortung

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

In der Sitzung des Ausschusses für Kultur und Weiterbildung informierte die Verwaltung über die beabsichtigte Wiederbesetzung der Stelle der künstlerischen Programmverantwortung (30000846) im Teo Otto Theater der Stadt Remscheid. Die Verwaltung hat wie angekündigt im Januar die erforderlichen Verfahrensschritte, u.a. auch die Beteiligung des Personalrates, eingeleitet. Nach Abschluss des Verfahrens ist nun die Stellenausschreibung zu Beginn dieser Woche veröffentlicht worden. Die Stelle wird im Stellenportal des öffentlichen Dienstes (www.interamt.de) und in der Jobbörse des Deutschen Bühnenvereins für Theater und Orchester (buehnenjobs.de) bis zum 31. März ausgeschrieben. Sie soll zum 1. Mai  wiederbesetzt werden. Wesentliche Inhalte der Ausschreibung sind:

  • abgeschlossenes Hochschulstudium/Master oder eine vergleichbare Qualifikation im Bereich des Kulturmanagements und/oder der Theaterpädagogik;
  • einschlägige Berufserfahrung, bspw. im Theaterbetrieb, im Betrieb von Kultureinrichtungen oder in der Arbeit von Kulturredaktionen;
  • Teilzeitstelle mit der Hälfte der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit einer Vollzeitstelle;
  • tarifliche Eingruppierung nach dem TVöD, Vergütungsgruppe 14;
  • Befristung für fünf Jahre;
  • Nebentätigkeiten sind im Rahmen der tariflichen Bestimmungen möglich.

Theater- und Orchesterpakt angepassen

Pressemitteilung des SPD-Landtagsabgeordneten Sven Wolf

„Der Theater- und Orchesterpakt muss an die aktuelle Entwicklung angepasst werden. Dazu wird die SPD-Landtagsfraktion am Mittwoch einen Antrag in das Plenum einbringen“, berichtet der Remscheider Landtagsabgeordnete Sven Wolf. “Wir wollen damit den Erhalt der nordrheinwestfälischen Theater- und Orchesterlandschaft sichern.” „Die Kulturangebote vor Ort übernehmen eine wichtige gesellschaftliche Funktion - nicht nur in der Bildung. Besonders hier in Remscheid können wir mit dem Teo Otto Theater und unseren Bergischen Symphonikern stolz auf unsere Kulturlandschaft sein. Mit einem neuen Theater- und Orchesterpakt könnte das Land aktiv auch den Bergischen Symphonikern mehr unter die Arme greifen. Denn die Debatten in den vergangene Jahren haben gezeigt: ein solches Angebot kann kaum allein auf kommunaler Ebene geschultert werden.“

Mit dem bundesweit ersten ‘Theater- und Orchesterpakt’ habe die damalige rot-grüne Landesregierung gemeinsam mit den theater- und orchestertragenden Städten im Jahr 2013 ein wichtiges Signal gesetzt. Die Landesförderung wurde damals von 14,5 auf 19 Millionen Euro jährlich erhöht. Dies habe entscheidend zur Sicherung und Bewahrung der herausragenden Theater- und Orchesterlandschaft in Nordrhein-Westfalen beigetragen. Die damals vereinbarte Erhöhung sei aber aufgrund der Veränderung äußerer Rahmenbedingungen - wie zum Beispiel gestiegener Betriebskosten - nicht mehr ausreichend. Es gelte zunächst jenseits von Qualitätskriterien die Grundausstattung des Betriebs an allen derzeitigen Standorten mithilfe eines Sockelbetrags langfristig zu ermöglichen. Der Pakt solle jährlich dynamisiert werden, um damit insbesondere den Tarifentwicklungen Rechnung tragen zu können. Die SPD-Landtagsfraktion sei zudem dafür, zusätzliche Anreize zu schaffen, wenn Einrichtungen auf Kriterien der Geschlechtergerechtigkeit und Familienfreundlichkeit setzten. Besonders förderwürdig seien Aufgaben der kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche, die enge Vernetzung mit Bildungsträgern und besondere Angeboten für und mit älteren Menschen. Zudem sollte es Anreize für eine inklusive Ausrichtung geben.

Integrations-Coaches als Wegweiser und Unterstützer

Seit Oktober vergangenen Jahres hat das Diakonische Werk des Evangelischen Kirchenkreises Lennep neun Männer und Frauen mit Migrationshintergrund, deutschen Sprachkenntnissen und Bleibeperspektive in Deutschland zu Sprach- und Kulturmittler ausgebildet, zu Integrations-Coaches. Ihre Teilnahmezertifikate erhielten sie am vergangenen Samstag im Vaßbendersaal Markt von Diakonie-Geschäftsführer Florian Schäfer und Sozialarbeiter Thomas Homberg. Zu den ersten Gratulanten gehörte Sozialdezernent Thomas Neuhaus.

Die neuen Integrations-Coaches

  • Mohammad Hagi (Syrien), Sprachkenntnisse Arabisch, Kurdisch, Deutsch, Englisch: „Das Wort ‚Coach‘ hat seinen Ursprung im Ungarischen und bedeutet ‚Kutsche‘. Nun ist die Kutsche ein Beförderungsmittel von einem Ort zum anderen. Wer sich in eine Kutsche hineinsetzt, hat ein Ziel vor Augen. Deswegen sehe ich mich wie ein Mittel zum Zweck, damit es schneller geht, damit man auf dem Weg bleibt, zielgerichtet. Das bedeutet: Begleitung des Kunden auf dem Weg zu seinem Ziel durch: Tipps, Ratschläge oder Impulse.“
  • Waseem Kabak (Syrien), Sprachkenntnisse Arabisch, Deutsch, Englisch: „Ich möchte als Integrations-Coach meine deutsche Sprache verbessern, die deutsche Mentalität intensiver kennenlernen und meine Mitmenschen unterstützen.“
  • Beya Chagouri (Algerien), Sprachkenntnisse Arabisch, Deutsch, Französisch: „Ich sehe in dem Projekt eine Chance, mich als Sprach- und Kulturvermittlerin einzubringen. Als Integrations-Coach habe ich eine Aufgabe gefunden, in der ich mich weiterentwickeln und neue Bekanntschaften knüpfen kann.“
  • Hussein Almohamad (Syrien), Sprachkenntnisse: Arabisch, Deutsch: „Ich freue mich auf neue Bekanntschaften, möchte meine deutsche Sprache verbessern und das deutsche System intensiver kennenlernen.“
  • Nahid Ghorbany (Iran), Sprachkenntnisse: Persisch, Dari, Deutsch, Englisch: „Ich bin der Überzeugung, dass gerade die Vielfältigkeit und Notwendigkeit der sozialen Arbeit in Deutschland genau das Richtige für mich ist und ich zugleich einen zukunftsträchtigen Beruf erlerne.“
  • Evin Hessen (Syrien). Sprachkenntnisse Kurdisch, Arabisch, Deutsch: „Viele Menschen, die gerade nach Deutschland kommen, benötigen vielseitig Hilfe. Ich habe damals wenig Hilfestellung bei Behördengängen usw. erhalten. Mein Ziel ist es, Menschen ihre Ankunft zu erleichtern und ihnen helfend zur Seite zu stehen.“
  • Hiro Sulayman (Syrien) Sprachkenntnisse Arabisch, Kurdisch (kurmanci), Deutsch: „Ich habe Spaß daran, anderen Menschen zu helfen, ihnen den richtigen Weg zu zeigen in Behörden, Schulen, Kindergärten etc. und dabei andere Kulturen, Sitten sowie Religionen kennenzulernen.“
  • Biniam Hailemichael (Eritrea), Sprachkenntnisse Tigrinya, Amharisch, Deutsch: „Ich habe Freude daran, Neues zu lernen und Menschen zu helfen, in Deutschland zu leben.“
  • Authman Rasul (Syrien), Sprachkenntnisse Arabisch, Kurdisch, Deutsch: „Ich habe selbst erlebt, wie es ist, ohne Sprachkenntnisse zu Behörden zu gehen. Man fühlt sich hilflos und unsicher. Darum möchte ich gerne andere Menschen in dieser Phase unterstützen.“

Integration ist für den Evangelischen Kirchenkreis Lennep zu einer zunehmend wichtigeren Aufgabe geworden, seit in den vergangenen Jahren mehrere tausend Geflüchtete nach Hückeswagen, Radevormwald, Wermelskirchen und vor allem Remscheid gekommen sind. Um dem aktuellen Bedarf an Übersetzung und kultureller Verständigung zu begegnen und um die Verständigungslücke zu schließen, werden derzeit mehrheitlich Laiendolmetscher – Kinder, Verwandte, Reinigungskräfte – eingesetzt. Teilweise wird der Bedarf auch durch  ehrenamtliche Kräfte, welche nicht spezifisch geschult sind, im Rahmen von sozialen Projekten (Ehrenamtsbörse) gedeckt. Doch in den sensiblen Bereichen wie Gesundheit, Soziales und Bildung sind dies oftmals unbefriedigende Hilfskonstruktionen. Sporadisch, insbesondere bei sozialen Diensten und Behörden, werden deshalb externe professionelle Sprach- und Integrationsmittler/innen nachgefragt. Derzeit holt man sie aus anderen Kommunen (Wuppertal). Diese Dienstleistung ist aber derzeit nur eingeschränkt verfügbar und zudem organisatorisch aufwendig und kostenintensiv.

Die neun „eigenen“ Integrations-Coaches sollen künftig den erhöhten Unterstützungsdarf im Kirchenkreis Lennep unterstützend abdecken. Für sie ergeben sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten als „Brückenbauer“/Vermittler zwischen deutschen Institutionen und Zuwanderern – beispielsweise bei der sprachlich/kulturellen Verständigung in Arztpraxen, in sozialen Einrichtungen und Behörden, aber auch der Industrie.

Das Projekt ist von der Idee getragen, dass Migranten, die sich erfolgreich in unsere Gesellschaft integrieren und in ihren Herkunftsgruppen eine akzeptierte und anerkannte „Leaderrolle" innehaben, gezielt als Wegweiser und Unterstützer für eine erfolgreiche Integration wirken können. Es basiert insbesondere auf den Erfahrungen, die das Diakonische Werk im Rahmen der Umsetzung und Betreuung von Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen sammeln konnte sowie der Beschäftigung eines syrischen Juristen, der vor ca. 1,5 Jahren als Flüchtling nach Deutschland gekommen und jetzt im Arbeitslosenzentrum der Diakonie tätig ist. Über eine Vermittlungsplattform im Internet zur Einsatzkoordination können die neuen Integrations-Coaches, denen besonderes interkulturelles Verständnis und Sensibilität attestiert wird, nach einer intensiven Vorbereitungsphase ab Juni angefordert werden. Sie erhalten eine Ehrenamtspauschale. Weitere werden derzeit ausgebildet.

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Dr. Urs Diederichs über Gerd Arntz

Waterbölles-Video von der Ausstellungseröffnung

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Dr. Urs Diederichs, der ehemalige Leiter des Historischen Zentrums der Stadt Remscheid, führt am Sonntag, 18. Februar, um 14.30 Uhr in den Räumen Markt 13 durch die Ausstellung Gerd Arntz. Dabei stellt er das Leben und Schaffen von Gerd Arntz vor, mit dem er persönlich bekannt war (auch beim anschließenden Gespräch bei Kaffee und Kuchen). Eine Anmeldung zu dieser kostenfreien Veranstaltung ist nicht erforderlich.  

„Verständlich für Gelehrte und An-Alphabeten“ sollte die Kunst des 1900 in Remscheid geborenen Gerd Arntz sein. Obwohl als Sohn eines Werkzeugfabrikanten geboren und damit aus der städtischen Oberschicht stammend, interessierte er sich mit seinen Holzschnitten früh auf Seiten der Benachteiligten für die gesellschaftlichen Gegensätze und Konflikte seiner Zeit, oft pointiert zugespitzt. Zusammen mit dem Wiener Ökonomen und  Museumsdirektor Otto Neurath war er einer der Väter der heute allgegenwärtigen Piktogramme und Bildstatistiken. Auch wenn Gerd Arntz im Rahmen seiner künstlerischen Ausbildung Remscheid früh verließ und 1933 mit Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft auch aus Deutschland emigrieren musste, hat er Remscheid nie vergessen und bis zu seinem Tod 1988 in Den Haag immer wieder seine Heimatstadt besucht.