Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Sanierung von Haus Cleff mit neuem Architekten

Entsetzt über leichtfertigen Umgang mit Statik“, titelte der Waterbölles am 15. Dezember 2017, nachdem Dr. Andreas Wallbrecht, der Leiter des Historischen Zentrums, den Mitgliedern der Bezirksvertretung (BV) Alt-Remscheid die Schäden an der hölzernen Fachwerk-Konstruktion aufgezeigt hatte, die in „Haus Cleff“, dem einstigen Remscheider Heimatmuseum, dringend reparieren werden müssen. Zur Wiederherstellung einer sicheren Statik stehen insgesamt 1,2 Millionen Euro zur Verfügung (100.000 Euro von der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz, 495.000 Euro an Bundes-Fördermittel der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und 600.000 Euro an städtischen Rücklagen). Viel zu wenig, um das Patrizier-Haus aus der Rokoko-Zeit wieder zur guten Stube der Stadt machen zu können. Er hofft deshalb auf Spenden der heimischen Industrie. Die könnte die Stadt dann wie Eigenmittel einsetzen, um so an weitere öffentliche Gelder zu kommen.

Den Vortrag von Dezember mit seinen eindringlichen Fotos vom „Pfusch am Bau“ in früheren Jahrzehnten, wo tragende Balken einfach unten abgesägt wurden, um aus zwei kleinen Zimmern ein großes machen zu können, wiederholte Wallbrecht am Dienstag in der Denkerschmette auf der Mitgliederversammlung des „Fördervereins Haus Cleff“. Eine wenig erfreuliche Nachricht spielte er herunter: Kurz nach der Sitzung der BV im Dezember habe das Remscheider Architektenbüro Sophie und Christof Welke signalisiert, die weitere Renovierung von Haus Cleff wegen Arbeitsüberlastung nicht weiter begleiten zu können. Aber, so Wallbrecht: Durch die Beauftragung eines neuen Facharchitekten entstünden keine Mehrkosten, und man habe auch schon einen gefunden.

Einen Namen nannte der Museumsleiter nicht. Und auch auf die Frage nach den Gesamtkosten des Projektes antwortete er sehr zurückhalten. Fehlen fünf Millionen oder gar zehn Millionen Euro? Da konnten die Mitglieder des Förderkreises noch so viel spekulieren - Wallbrecht verwies auf eine Sondersitzung des Kulturausschusses, die auf den 29. Mai terminiert ist. Dann soll den Ausschussmitgliedern der komplette Kostenrahmen vorgestellt werden. Wallbrecht gestern: „Haus Cleff darf kein Fass ohne Boden werden wie der Berliner Flughafen!“ Er geht davon aus, dass sich die Finanzierung der Sanierung auf mehrere Teilbeträge in den nächsten städtischen Haushaltsplänen, aufgestellt jeweils für zwei Jahre, verteilen wird. „Es kann also sein, dass die Sanierung noch zehn Jahre dauern wird!“ Sein Wunschziel sei es, es in fünf Jahren zu schaffen. „Wenn alles normal läuft...!“ Da würde ein Einbruch bei der Gewerbesteuer womöglich einen Baustellen-Stillstand bedeuten.

Saniert werden soll in einzelnen Bauabschnitten: Dach, Fassade, Innenputz, Ständerwerk etc., jeder Bauabschnitt im Etat mit der notwendigen (Förder?-)Summe hinterlegt (so hat etwa der Landschaftsverband Rheinland eine Förderung der Museumseinrichtung angekündigt). Eine Notwendigkeit und zugleich ein Vorteil der auf mehrere Etats und Jahre verteilten Arbeiten: Eine Ausschreibung der gesamten Sanierungsarbeiten müsste europaweit erfolgen; so aber lassen sich zum Beispiel Restauratoren für die Renovierung der hölzernen Verzierungen an den Außenwänden gezielt ansprechen.

Fertig für den Bauantrag und die spätere Auftragsvergabe an die Handwerker sind inzwischen die statische Ertüchtigung der Holzkonstruktion, die Prüfstatik, das Brandschutzkonzept und die Technische Gebäudeausstattung (mit Heizung, Sanitär und Strom). Ob der Bauantrag vor oder erst nach der Mai-Sitzung des Kulturausschusses gestellt werde, hänge davon ab, wie schnell die Stadt Remscheid und der neue Architekt zueinander finden werden, hieß es gestern. Das machte eine mit der Absage der Architekten Welke verbundenen Zeitverzug deutlich: Im Dezember war in der BV-Sitzung noch angekündigt worden, der Bauantrag werde „zum Jahresbeginn“ eingereicht.

Kritisch äußerte sich gestern ein Mitglied des Förderkreises zur Idee eines Cafés und eines Festzimmers (z. B. für Trauungen) in einem Obergeschoss von Haus Cleff. Denn dadurch werde die echte Ausstellungsfläche von Haus Cleff dezimiert.

März 2008: Der Waterbölles blättert zurück

"Der Honsberg braucht mehr Luft und Platz!", meinten im März 2008 fünf angehende Stadtplaner, Studenten des Fachbereichs Architektur der Uni Wuppertal, die sich mit dem in die Jahre gekommenen einstigen Arbeiterviertel beschäftigt hatten. „Die Visionen machen zum Teil Spaß, zum Teil auch Angst“, beschrieb Ralf Noll vom Stadtteil e.V. Honsberg damals im Jugendhilfeausschuss die Entwürfe.  Es war in der Tat Zukunftsmusik, wenngleich man sich wünschte, dass das eine oder andere lieber morgen als übermorgen Wirklichkeit würde. Seitdem hat sich am Honsberg einiges getan. Aber es könnte gerne noch mehr werden...

Nach Rücksprache innerhalb der Verwaltung entschied Stadt Remscheid vor zehn Jahren, ihre Briefe wieder über die Post AG zu verschicken. Zuvor hatten Kommunalpolitiker Mängel bei der Briefzustellung beklagt. Darauf ging die Entscheidung allerdings nicht zurück. Vielmehr hatte der Briefzustellers West Mail in Langenfeld, eine Tochtergesellschaft der PIN-Group, den Betrieb eingestellt und ihren 280 Mitarbeitern zu Ende Februar gekündigt.

Seniorenheim für Vieringhausen mit heißer Nadel gestrickt? Diese Frage beschäftigte im März 2008 die Mitglieder des Bauausschusses. Anlass war eine Mitteilungsvorlage der Bauverwaltung zu einer Voranfrage zum Bau einer Seniorenwohnanlage auf dem Grundstück der Firma Flott in Vieringhausen. Die eingereichten Planung entspräche „in keiner Weise den in Remscheid üblichen Standards und baulichen Vorgaben des Landespflegegesetzes für Pflegeeinrichtungen“, hieß es. Wer die einzelnen Stellungnahmen und Beschreibungen zu diesem Bauprojekt auf sich wirken ließ, konnte den Eindruck gewinnen, als stünden auf der Liste der Planer und Investoren die Verzinsung des eingesetzten Kapitals und die optimale Grundstücksnutzung ganz vorne auf der Liste und die Bedürfnisse der Senioren ganz hinten.

Das Bergische Land ist nicht frei von Ganoven, welchen Kragen auch immer sie tragen mögen, zählt allerdings zu den sichersten Landstrichen in ganz Deutschland. Das war eine Nachricht, die der Wuppertaler Polizeipräsident Joachim Werries auf seiner Jahrespressekonferenz vor zehn Jahren gerne verkündete (wie schon in früheren Jahren) Auffällig war auch die Zahl von sogenannten Stalking-Fällen: Insgesamt 150, 18 davon von in Remscheid.  Fälle, in denen sich Mitbürger (meist Frauen) durch andere verfolgt oder belästigt fühlten.

Test-Verkehr erst, wenn Lenneper Boulevard in Sicht kommt, beschloss die Bezirksvertretung Lennep im März 2008. Der Durchgangsverkehr fließt seitdem weiter durch die Kölner Straße. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, testweise durch abknickende Vorfahrtsregelungen den Durchgangsverkehr von der oberen Kölner Straße über die Robert-Schumacher-Straße (kleine Westtangente) zur Lüttringhauser Straße zu führen (und umgekehrt).

Mit Romely Pfund kam für die Symphoniker der Erfolg, hieß es vor zehn Jahren auf einer Pressekonferenz der Orchesterträger (die Städte Remscheid und Solingen), nachdem bekannt geworden war, dass Generalmusikdirektorin Romely Pfund ihren Vertrag mit den Bergischen Symphonikern über das Jahr 2009 hinaus nicht verlängern werde. Das Ende einer elfjährigen, überaus erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen dem Orchester und der Dirigentin.

Im März 2008 stellten 47 Ratsmitglieder den Antrag auf Abberufung von Jürgen Müller. Der Stadtdirektor war wegen „kostspieliger“ Finanzgeschäfte (Derivate / Swaps) in Misskredit geraten. Der Antrag auf Abwahl kam allerdings für die reguläre Sitzung des Rates am 24. April zu spät. Beschlossen wurde sie erst in der Sitzung am 27. Mai.

Vor zehn Jahren knirschte es bei den Verhandlungen über einen Zusammenschluss der Stadtwerke Solingen, Remscheid und Velbert zu einem Rheinisch-Bergischen Stadtwerke-Verbund (RBSV). Der Wuppertaler ver.di-Sprechers Peter Schneider hielt den Arbeitgebern damals „Verhandlungsschwäche und Entscheidungsunwilligkeit“ vor. Tatsächlich wurden die Fusionspläne letztlich aufgegeben.

Wochenrückblick vom 12. bis 18. März 2018

Neuer Hygiene-Staubsauger für alte Akten

Boxensets bieten Erste Hilfe für geschädigtes Kulturgut“, titelte der Waterbölles am 5. Dezember 2013. An diesem Tag hatten Dr. Michael Habersack, Referent der Archivberatungsstelle im Archivberatungs- und Fortbildungszentrum (AFZ) des Landschaftsverbandes Rheinland, und Volker Hingst, Leiter der Werkstatt für Papierrestaurierung im AFZ, dem Deutschen Werkzeugmuseum ein Notfallboxenset im Wert von 1.000 Euro übergeben. Mit deren Hilfe können, wenn Feuer oder Wasser akut Schäden an Beständen des Archivs angerichtet haben, diese schnellstmöglich begrenzt werden. Heute nun war Volker Hingst erneut zu Besuch im Historischen Zentrum in Hasten: Gemeinsam mit Dr. Claudia Kauertz, Leiterin der Archivberatungsstelle des AFZ, übergab er Museumsleiter Dr. Andreas Wallbrecht und Stadtarchivarin Viola Meike ein Hygieneset zur Vermeidung von Schäden an Kulturgut im Wert von 1.500 Euro, bestehend aus einem Spezial-Staubsauger und einem besonderen Luftreiniger. Das Hygieneset kann auch von anderen anerkannten Archiven in der Region ausgeliehen werden.

Schäden an Archivmaterial können verschiedene Ursachen haben. Eine Ursache ist die mangelnde Sauberkeit der Magazinräume, die der Aufbewahrung der wertvollen Überlieferung dienen. In Verbindung mit dem Raumklima ist die Hygiene in Archiven ein wesentlicher Aspekt nicht nur für den Erhalt des einzigartigen Kulturguts, sondern auch für die Gesundheit der Beschäftigten. Verschmutzungen durch Staub bilden die Grundlage für die Ansiedlung und Vermehrung von Schimmelpilzen, Hefen, Bakterien, Viren und Milben. Darüber hinaus wird Feuchtigkeit gebunden, die einen Zerfall begünstigt.

Gestern im Remscheider Stadtarchiv.

Der Magazinhygiene kommt für die dauerhafte Kulturgutsicherung eine Schlüsselfunktion bei der Schadensprävention zu. Ziel muss es deshalb sein, zur Verbesserung und kontinuierlichen Aufrechterhaltung der Hygiene in rheinischen Archiven beizutragen. Das Hygiene-Set ist dafür ein wichtiges Instrument. Mit finanzieller Unterstützung der Koordinierungsstelle zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz konnten in den Jahren 2015 bis 2017 sechsundzwanzig Hygiene-Sets im Wert von insgesamt 39.000 Euro erworben werden. Die Verteilung der Hygiene-Sets wird von regionalen Workshops über die Bedeutung von Sauberkeit für die Bewahrung des kulturellen Erbes begleitet. Das Remscheider Set war das 23., das in ein lokales Archiv kam.

Das AFZ des Landschaftsverbandes Rheinland, das etwa 580 Archive im Rheinland betreut, bietet den Beschäftigten vor Ort auch zentral Fortbildungen zur Arbeit mit den neuen Hygienesets an. Die gute Resonanz auf dieses Angebot aus Archiven, die bereits über das Hygieneset verfügen, ist für Dr. Claudia Kauertz die Bestätigung dafür, dass die Hygiene als Präventivmaßnahme zur Sicherung und Erhaltung des kulturellen Erbes derzeit noch zu den bislang vernachlässigten Aufgaben in den Archiven gehört. (Das Waterbölles-Video zeigt u. a. die Arbeit mit dem neuen Hygienegerät)

Loks unter Dampf und historische Bahnfotos

Nachdem Armin Gerhardts die von seinem Vater Bernd Gerhardts geerbte Bildersammlung digitalisiert und auf der Internetseite www.posten17.de veröffentlicht hatte, zeigt das Autohaus Berghaus am Samstag, 17 März, von 10 bis 16 Uhr erstmalig eine Ausstellung ausgewählter Bilder aus der Sammlung, die bisher noch nicht veröffentlicht worden sind. Einige der Fotos zeigen alte Bahnstrecken des Bergischen Landes, die man heute nur noch als Radwege kennt. Abgerundet wird das Programm mit dem ersten Remscheider „Echtdampftreffen“. Gefahren wird auf einer großen Schauanlage (13 x vier Meter) mit Dampfloks der Spurweite IIm (45mm). Hierfür konnten Ralph Reppingen (reppingen.de) gewonnen werden, einer der renommiertesten deutschen Hersteller von Echtdampflokomotiven. Neben Dampfloks, die mit echtem Dampf betrieben werden, werden auch Wagen zu sehen sein, die ehemals auf der Ronsdorf-Müngstener-Eisenbahn fuhren und in liebevoller Detailarbeit maßstäblich nachgebaut wurden.

Wochenrückblick vom 5. bis 11. März 2018

 

Akademie der Kulturellen Bildung wird 60

Mit einem Festakt feiert die Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW am 11. April ihr 60-jähriges Bestehen. Zusammen mit zahlreichen prominenten Weggefährt*innen und Freund*innen blicken wir an diesem Tag auf 60 Jahre kulturelle Bildungsarbeit zurück und richtet gleichzeitig den Blick in die Zukunft. Denn Kulturelle Bildung hat in den letzten Jahren nicht nur eine bundesweite Renaissance erlebt. Sie wird zunehmend als Kit für stärkeren gesellschaftlichen Zusammenhalt entdeckt, nicht zuletzt durch die Einbindung von Themen wie Diversität, Nachhaltigkeit, Inklusion oder Digitalisierung.

Die Akademie der Kulturellen Bildung, die 1958 als Musische Bildungsstätte gegründet wurde und lange Jahre als Akademie Remscheid firmierte, ist das zentrale Fortbildungsinstitut der kulturellen Kinder- und Jugendbildung. Sie qualifiziert interdisziplinär im gesamten Themenspektrum der Kulturellen Bildung und verfügt über ausgewiesene Expertise in Theoriebildung, Politikberatung sowie in der Entwicklung von Berufsbildern und Arbeitsfeldern. Den Fachdiskurs gestaltet sie durch Tagungen, Publikationen und Expertenveranstaltungen. Die Akademie ist Teil eines umfassenden Netzwerks von Institutionen und Personen aus dem Feld der Kulturellen Bildung.
Die fachlichen Aktivitäten der Akademie der Kulturellen Bildung finden auf internationaler, bundes-, landesweiter und regionaler Ebene statt. Für regionale Vernetzung vor Ort ist das Programm AkademieRegio zuständig. Auf internationaler Ebene unterstützt die Akademie als nationales Observatory unter Schirmherrschaft der UNESCO-Kommission den Aufbau eines europäischen Netzwerks Kultureller Bildung

Zu Beginn des Festaktes führt Prof. Dr. Susanne Keuchel, die Direktorin der Akademie, mit mit Filmen, Bildern und Textzitaten in die Geschichte der Akademie ein. Zu der knapp vierstündigen Veranstaltung gehört auch ein moderiertes RoundTable-Gespräch mit „Prominente Weggefährten der Akademie“ sowie die Aufzeichnung WDR 3 Forum Kulturelle Bildung 2030 - Chancen, Herausforderungen, Perspektiven Moderation: Dr. Bünyamin Werker, Studienleiter der Akademie Diskutant*innen: Olaf Zimmermann, Publizist und Geschäftsführer Deutscher Kulturrat; Tom Braun, Geschäftsführer Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung; Kenan Kücük, Geschäftsführer Multikulturelles Forum e.V.; Sheherazade Becker, TINCON e.V.; Clara Wengert Geschäftsführerin Deutscher Bundesjugendring DBJR; Susanne Keuchel, Direktorin der Akademie.

Wochenrückblick vom 26. Februar bis 4. März 2018

Der Hardtpark und Haus Kölner Straße 40

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Hin und wieder sind wir bei unseren Erinnerungen an das „Alte Lennep“ auf den Hardtpark gestoßen und auf dort auf die einstige Kastanienallee dort, die aber manche von uns Älteren noch erlebt haben. Die kräftigen Frühjahrsstürme, die auch in unserer Zeit über das Bergische Land hinwegfegen, haben, wie auch jetzt in Lennep mehrfach geschehen, früher schon Bäume entwurzelt, und sie haben gelegentlich auch die Volksseele erhitzt. In der Nacht vom 25. auf den 26. Januar 1990 etwa, als in Lennep eine riesige Kastanie im Hardtpark umstürzte, entbrannte eine heiße Diskussion um die Zukunft der Allee und des ganzen Parks. Heute, wo sich auf dem Areal des ehemaligen Karstadt-Hertie-Ensembles gerade erst wieder große Veränderungen ergeben haben, erscheint die Geschichte vor Ort erneut interessant, auch weil viele Lenneper/innen gar nicht mehr wissen, warum der Hardtpark überhaupt Hardtpark heißt und was seine Geschichte ist.

„Das Haus Kölner Straße 40 und seine Bewohner” ist Titel einer historischen Schilderung, die Gerda Berchtenbreiter, geb. Hardt (1902-1986), Heiligabend 1971, ein Jahr vor dem Abriss des Hauses, den „Nachkommen Hermann Hardt sen. und Louise Bauendahl" widmete. Sie berichtet dort auf 25 maschinenschriftlichen Seiten aus ihrer Kindheit, die eng mit dem Hardtpark und der früheren Hardtvilla an der Kölner Straße verbunden ist.

Das Haus Kölner Straße 40 war 1846 von Adolph Bauendahl direkt neben seinem Fabrikgebäude erbaut worden, das sich an der heutigen Ecke der Kölner und der Wupperstraße befand. Die familiäre Verbindung zwischen den Bauendahls und Hardts geht auf die Heirat der Tochter Louise von Adolph Bauendahl jun. mit dem jüngsten Bruder Hermann von Albert und Friedrich Hardt zurück. Gerda Berchtenbreiter beschrieb als Mitglied der späteren Familie Hardt das Haus als in dem Stil gebaut, wie er damals bei vornehmen Häusern im Bergischen wohl üblich war: es hatte ein ziemlich flaches Vollwalmdach, zwei Stockwerke und eine Fünf-Fenster-Front. Es war nicht geschiefert und von vornherein weiß gestrichen. Die Stockwerkhöhe war höher als sonst üblich. Das Haus hatte offensichtlich keinen Mittelgiebel, zumindest zeigte die schwere Dachbalken- Konstruktion keine Spuren davon. Das Haus lag am Hang von der Kölner Straße nach hinten zum heutigen Hardtpark hin, auf der Rückseite befanden sich die Keller zu ebener Erde. Das Gebäude war nur teilunterkellert; erst später wurde ein zusätzlicher Keller zur Kölner Straße hin gebaut. Er war durch eine Tür vom vorhandenen Keller aus zu erreichen. Zur Küche, die ebenfalls zum Garten hin lag, führte eine Treppe hinauf.

In der historischen Küche befand sich ein großer quadratischer Schüttstein aus Schiefer, der früher in keinem Lenneper Haus fehlte. Er blieb dort auch bestehen, als die Küche längst zu einer Diele umfunktioniert war. Die Pumpe mit einem S-förmigen Schwengel trug einen großen runden Kupferkopf. Pumpe und Schüttstein blieben auch erhalten, als Lennep schon längst über eine Stadtwasserleitung verfügte, denn die Lenneper waren vorsichtige Leute und verließen sich mehr auf ihre hauseigene Brunnen und deren Zuverlässigkeit. Die Quelle zur Pumpe lag direkt unterhalb im Keller und war nur durch einen aufgelegten Wasserdeckel verschlossen, wie dies selbst heute noch in der Umgegend und in Lennep überhaupt in historischen Häusern oft anzutreffen ist. Auf dem Gelände gab es übrigens noch einen zweiten Brunnen, oberhalb des Gebäudes an einer Trauer-Esche. Dort liefen in einer Tiefe von elf Metern sieben Quellen zusammen.

1860 verlegte Adolph Bauendahl seinen Wohnsitz nach Lukkenwalde südlich von Berlin. Zwei Jahre später kaufte die Firma Johann Wülfing & Sohn das Haus Kölner Straße 40 und die daneben befindlichen Bauendahlschen Fabrikgebäude. Nach dem Fortzug seines Schwiegervaters, so schreibt Gerda Berchtenbreiter, muss Hermann Hardt mit Frau Louise an die Kölner Straße gezogen sein. Das Fünf-Fenster-Haus blieb zunächst unverändert bestehen. Auf der linken Seite blieb die Fabrik, auf der anderen der Pferdestall, der direkt an das Haus anschloss.

Artikel vollständig lesen

Sinti & Roma: Gedenken am 2. und 3. März

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Die Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz e.V., das Solinger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage und Remscheid tolerant e.V. rufen zum 75. Jahrestag dazu auf, der Deportation und Ermordung von Sinti und Roma zu gedenken. Am 2. und 3. März 1943 wurden in Wuppertal, Solingen und Remscheid rund 200 Sinti und Roma aus den damals so bezeichneten „Zigeunerlagern“ in Polizeistationen zusammengetrieben, in verschiedenen Bahnhöfen gesammelt und nach Auschwitz deportiert. Unter ihnen befanden sich rund 100 Kinder unter 15 Jahren. Die Deportation und Ermordung wurde durch den sogenannten „Auschwitz-Erlass“ Heinrich Himmlers vom 16. Dezember 1942 angeordnet. Dieser bildet den grausamen Höhepunkt langjähriger Diskriminierung und Verfolgung von Sinti und Roma.

In ihrem Aufruf verweisen die drei Bergischen Bündnisse nicht nur auf die Vergangenheit, sondern fordern für Gegenwart und Zukunft unter anderem die Etablierung einer angemessenen Gedenkkultur, allgemeine Sensibilisierung hinsichtlich der Diskriminierung von Sinti und Roma sowie die Unterstützung von Netzwerken, mittels derer Sinti und Roma ihre Interessen artikulieren. Der gemeinsame Aufruf wird von den drei Oberbürgermeistern Tim Kurzbach (Solingen), Andreas Mucke (Wuppertal) und Burkhard Mast-Weisz (Remscheid) unterstützt.

Darüber hinaus organisieren verschiedene zivilgesellschaftliche Initiativen Veranstaltungen, um das Gedenken an die Ermordeten aufrecht zu erhalten und gleichzeitig auf andauernde Diskriminierung von Sinti und Roma hinzuweisen:

  • Am Freitag, 2. März, wird es in Wuppertal um 9.30 Uhr und 15 Uhr Gedenkfeiern am Deportationsort Unterbarmer Bahnhof sowie im Jugendzentrum Heinrich Böll Straße geben.
  • Am Samstag, 3. März, beginnt um 11 Uhr vom Bahnhof Unterbarmen in Wuppertal aus eine Busreise auf den Spuren der Sinti und Roma im Bergischen Land, bei der historisch-thematisch relevante Orte in Solingen, Wuppertal und Remscheid angefahren werden. Um 15.30 Uhr wird die Rundreise nach Remscheid in die von Schülern des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums gestaltete Ausstellung im ehemaligen Pferdestall des Polizeigebäudes am Quimperplatz führen. Die Initiatoren Klaus Blumberg, Hans Heinz Schumacher und Max Franzen werden die Besucher durch die Ausstellung führen. Die Führung soll mit einer Gedenkminute beendet werden. Die Remscheiderinnen und Remscheider sind herzlich eingeladen, an den Veranstaltungen teilzunehmen.