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Beschaulicher Frühlingsmarkt in Lennep

Es stimmte: Nachdem sich die Regenwolken verzogen hatten, blühte Lennep förmlich auf. Und die Blumen auf dem Alter Markt leuchten in Rot, Gelb und Blau unter den Strahlen der Sonne. Akkordeonmusik begleiteten gegen Mittag die Besucher des verkaufsoffenen Sonntags „Lennep blüht auf“. Den hatte Lennep Offensiv e.V. organisiert und bei der Stadt Remscheid beantragt. In einer Sondersitzung  des Rates der Stadt war der Jahrmarkt am 9. April genehmigt worden. In den Antrag von Lennep Offensiv e.V. war von acht großflächigen Ständen mit Blumen und Accessoires für Haus und Garten die Rede und von voraussichtlich 14 geöffneten Geschäften. Man rechne mit 3.000 bis 4.000 Besucher auf einer Verkaufsfläche von mindestens 1.500 Quadratmetern, deutlich mehr als die 372 Quadratmeter Verkaufsfläche der Geschäfte. Eine Besucherzahl, die bis 17 Uhr womöglich doch noch erreicht wurde, denn das Wetter lud zum Spazierengehen ein. In Der Zeit zwischen 11 und 11.30 Uhr, als dieses Video entstand, ging es auf dem Alter Markt allerdings recht beschaulich zu. Ein Blickfang waren neben den Blumen auch die ca. zehn historischen Zugmaschinen der Remscheider Treckerfreunde. Die jeweiligen Fahrzeugführer, zu erkennen an ihren blauen Jacken, verrieten gerne die technischen Einzelheiten.

Baustellenampeln in Vieringhausen bald weg

Aus erster Hand informierten sich gestern Vormittag Ratsmitglied Waltraud Bodenstedt und Ina Garweg, Geschäftsführung der Ratsgruppe der W.i.R., in der Remscheider Niederlassung der Open Grid Europe GmbH an der Reishagener Straße über den Fortgang der Arbeiten an einer neuen, fast sechs Kilometer langen Gasleitung im Bereich Hasten, Vieringhausen und Reinshagen. Die neuen Rohre im Durchmesser von 200 bis 250 Millimetern sollen den Teil der Hauptgasleitung aus dem vorigen Jahrhundert ersetzen, der buchstäblich „in die Jahre gekommen ist“. Dieser so genannte „Remscheider Ring“, der eigentlich die Form eines Dreiecks hat, verbindet die Anschlussstellen von Ferngasleitungen in der Lobach, in Lüttringhausen und Hackenberg mit dem Gasnetz der Stadtwerke Remscheid. Diese beziehen hierüber norddeutsches und niederländisches Erdgas der Klasse L.

Dass der südwestliche Teil der Remscheider Hauptgasleitung sanierungsbedürftig sind, war bereits vor einigen Jahren bei routinemäßigen Inspektionen aufgefallen, wie Betriebsingenieur Arno Benninghoff berichtete. Im September 2014 begannen die Arbeiten an der neuen Leitung, und Ende 2019 werden sie voraussichtlich beendet sein. Die  einzelnen Bauabschnitte seien mit der Stadt Remscheid exakt abgesprochen und müssten phasenweise von dieser auch genehmigt worden, sagte Bauleiter Jörg Heykes von der Firma Bohlen & Doyen GmbH. Acht Mitarbeiter der Firma aus Wiesmoor in Ostfriesland verlegen die neuen Rohre im Auftrag der Essener Open Grid Europe GmbH. Als Tochterfirma E.ON Ruhrgas wurde die eigenständige Netzbetreibergesellschaft 2004 gegründet.  Seit dem 23. Juli 2012 gehört Open Grid Europe einem Konsortium internationaler Investoren, darunter auch eine Tochtergesellschaft der Münchner Rück AG. Open Grid Europe ist heute mit rund 1.450 Mitarbeitern und 450 internationalen und nationalen Kunden Deutschlands führender Erdgastransporteur.

Oberbauleiter der Firma in Remscheid ist Karl-Heinz Schulmeistrat. Er hält engen Kontakt zu den anderen Versorgern, deren Leitungen neben, unter und zum Teil auch über der alten / neuen Gasleitung liegen. Und er kennt die Gerüchte aus der Bevölkerung, die Leitungsbauer seien nicht die schnellsten. „Ganz falsch“, widersprach beim Termin mit der W.i.R., an dem der Waterbölles teilnahm, OpenGrid-Pressesprecher Helmut Roloff. Sie scheinbaren „Ruhepausen“ seien der Sicherheit geschuldet. Denn sobald ein neuer Rohrabschnitt fertig verlegt und verschweißt ist, muss geprüft werden, ob er auch dicht ist. Dazu wird der mit Wasser gefüllt. Das muss sich erst zwei bis drei Tage „beruhigen“, bevor der Druck im Rohrinneren auf dem späteren Gasdruck erhöht werden kann (noch einmal zwei bis drei Tage). Und dann muss das Wasser natürlich auch wieder abgepumpt werden, bevor die Leitung mit einem Spezialgerät von innen getrocknet werden kann. Erst danach kann der fertige Rohrabschnitt an die Hauptleitung angeschlossen werden und den Gastransport zum Abnehmer Stadtwerke Remscheid übernehmen.

Die gute Nachricht in dem gestrigen Gespräch:  An der Kreuzung Vieringhausen / Solinger Straße wird Open Grid Ende nächster Woche die Baustellenampeln abbauen lassen können. Dann zieht die Baukolonne weiter Richtung Reinshagen. Der Abschnitt Edelhoffstraße /Hastener Straße kommt erst 2019 an die Reihe – als letzter. „Zu den Anwohnern hatten wir eigentlich immer ein gutes Verhältnis“, berichtete Karl-Heinz Schulmeistrat. Mit einer Ausnahme: Offenbar, weil längere Staus vor dem Ampeln an den Nerven der Autofahrer genagt hatte, kam es im gegenwärtigen Baustellenbereich zu Sachbeschädigungen an Baggern (zerbrochene Scheiben), und Beschimpfungen von Mitarbeitern, und es flogen Flaschen und Steine. Der Oberbauleiter: „Dabei machen die Mitarbeiter doch auch nur ihren Job!“ Für solche Anfeindungen habe er keinerlei Verständnis. Da mussten ihm Waltraud Bodenstedt und Ina Garweg Recht geben.

Ein "Informationspaket", aber drei Termine

Zwei Großprojekte vor der entscheidenden Phase“, titelte der Waterbölles am 6. März, nachdem bekannt geworden war, dass die Stadtverwaltung – den Neubau einer Rettungswache neben dem Rathaus, verbunden mit einem Erweiterungsbau, und den Neubau des Berufskollegs Wirtschaft & Verwaltung. „im Rahmen von formalen EU-Ausschreibungsverfahren als erweiterte Totalunternehmer-Modelle“ realisieren will. Eine oder je eine Lenkungsgruppe mit Vertreter/Innen des Rates und der Verwaltung soll die wesentlichen Entscheidungen im Vergabeverfahren begleitet.

Einzelheiten erfuhren die Ratsmitglieder am 7. März im Schulausschuss, am 13. März in Bauausschuss und am Donnerstag im Haupt-, Finanz- und Beteiligungsausschuss, und zwar in allen drei Fällen von Rechtsanwalt Dr. Marc Dinkhoff von der Wolter & Hoppenberg Rechtsanwälte Partnerschaft mbB aus Münster und von Thomas Mandt, Gebietsleiter der VBD Beratungsgesellschaft in Köln. Und jedes Mal erläuterten sie, dass das gewählte Vergabeverfahren für die Stadt vorteilhaft sei, da es mit den Entwürfen gleich einen konkreten Festpreis verbinde. Es sei nicht ausgeschlossen, dass der Zuschlag auf eine einzige Firma fällt, die sich für beide Bauvorhaben beworben hat, sagte nach der Sitzung des Bauausschusses Thomas Judt, Chef des Gebäudemanagements, dem Waterbölles auf Nachfrage. Daraus könnten sich Synergieeffekte ergeben...

Der Begriff „Synergieeffekte“ beschreibt ein gegenseitiges Fördern, das zu gemeinsamem Nutzen führt, zu einer Win-Win-Situation so zusagen. Konkret: Hätten die beiden Experten nicht dreimal, sondern nur einmal nach Remscheid zu kommen brauchen, hätten Sie Arbeitszeit gespart und zugleich auch etwas für den Klimaschutz getan. Das gleich gilt für die Remscheider Kommunalpolitiker, die das Projekt demnächst begleiten werden. Doch dem, stand der politische Entscheidungsprozess entgegen. Und der verlangte nun einmal die Beteiligung der drei Grfemien. Nur gut, dass die beiden Gäste und ihre Mitarbeiter/innen die drei Termine am 7. Und 13. März sowie gestern nicht nach den üblichen Stundensätzen abrechnen können, sondern diese (und weitere) Präsenztage in Remscheid im Angebot von Wolter & Hoppenberg und VBD enthalten sind.

Große Blumenpflanzaktion als Dankeschön

Frühlingsblumen auf dem Mittelstreifen der Neuenkamper Straße.Pressemitteilung der Stadtwerke Remscheid

Fast 10.000 Kunden bezogen zum Jahreswechsel Ökostrom über den Tarif EWR*NATUR FIX 24. Als Dank hat die EWR GmbH entlang der Neuenkamper Straße auf mehreren hundert Metern mehr als 10.000 Frühlingsblumen gepflanzt. Dass vielzitierte Prinzip „Geben und Nehmen“ funktioniert rund um den Ökostromtarif der EWR sehr gut. Weil die Nutzer des Tarifs EWR*NATUR FIX 24 etwas für die Stadt tun, indem sie auf eine umweltfreundliche Stromversorgung setzen, hat die EWR als Dankeschön die Neuenkamper Straße mit Blumen verschönert. Die zahlreichen Autofahrer, die dort täglich vorbeikommen, dürfen sich an der Blütenpracht erfreuen, die auf dem Grünstreifen in der Mitte der vierspurigen Straße erstrahlt.

Doch die Blumenpflanzaktion ist noch nicht alles: Wer zwei Jahre lang EWR*NATUR FIX 24-Kunde bleibt, kann von den EWR-Förderprogrammen profitieren. Das betrifft Anschaffungen umweltfreundlicher Wäschetrockner oder Elektrofahrräder. Diese bezuschusst die EWR mit 50 beziehungsweise 100 Euro. Wer sich einen energiesparenden elektrischen Kondensationstrockner der EU-Energieeffizienzklasse A++ mit Wärmepumpentechnik neu anschafft, kann bis zu 50 Prozent Energie sparen. Beim Kauf eines Elektrofahrrad vom Fachhändler können EWR-Öko-Kunden einen Zuschuss von 100Euro einstreichen. Auf der Internetseite: ewr-remscheid.de/foerderung finden Interessenten weitere Informationen zu den EWR-Förderprogrammen.

Kino-Projekt soll nicht in Zeitverzug geraten

Der Kino-Rohbau am Hauptbahnhof gestern Mittag. Foto: Lothar KaiserArbeiten am Kino-Neubau gehen zügig voran“, titelte der Waterbölles am 3. November 2017. Inzwischen hat der Rohbau das erste Obergeschoss erreicht, vom Bahnhofsvorplatz aus gesehen. Oliver und Willi Kropp, die Geschäftsführer (Vater und Sohn) der familieneigenen Unternehmensgruppe Kropp mit Sitz in Großenlüder im Landkreis Fulda/Hessen die in das Multiplex-Kino, das die CineStar-Gruppe betreiben will, zwölf Millionen Euro investieren, drücken seit Frühlingsbeginn „auf die Tube“. Denn schließlich wollen sie, dass das Kino, wie angekündigt, in diesem Jahr eröffnet wird. Nachdem Ende vergangenen Jahres gegen die externe Rohbaufirma ein vorläufiger Insolvenzverfahren angestrengt worden war, hatten die Kropps die Arbeiten mit eigenen Leuten fortgeführt, um das Projekt nicht in Zeitverzug geraten zu lassen. Es umfasst zwei größere und vier kleinere Sälen mit insgesamt 1.300 Sitzplätzen und modernster Filmvorführtechnik.

Neue Entwicklungspotenziale für Gewerbe

Pressemitteilung der Bezirksregierung Düsseldorf

Seit heute ist der Regionalplan Düsseldorf in Kraft. Denn mit der entsprechenden Bekanntmachung im Gesetz- und Verordnungsblatt des Landes löst der „Regionalplan Düsseldorf (RPD)“ den alten Gebietsentwicklungsplan von 1999 (GEP99) ab. Der RPD setzt die neuen Leitplanken für alle, die die Zukunft im Regierungsbezirk Düsseldorf gestalten wollen. In dem neuen Plan finden sich zum Beispiel Antworten auf folgende Fragen: Wie sollen sich Wirtschaft, Umwelt und Verkehr zwischen Emmerich und Remscheid, zwischen Niederkrüchten und Velbert in den nächsten 20 Jahren entwickeln? An welchen Standorten können für Unternehmen neue, attraktive Gewerbeflächen geschaffen werden? Wo müssen im Gegenzug Natur und Landschaft geschützt werden? An welchen Flächen kann man Wohnraum schaffen, der möglichst wenig weiteren Verkehr auf überlastete Straßen bringt? Wie kann die Region den Erfordernissen des globalen Klimawandels Rechnung tragen und damit auch ihrer Verantwortung für kommende Generationen?

Mehrere Jahre hat die Erarbeitung des komplexen Planwerks gedauert. Denn angesichts der vielfältigen räumlichen Nutzungsinteressen in der überwiegend stark verdichteten Region mussten viele Belange, Meinungen und Positionen detailliert analysiert und bewertet werden. Die Stellungnahmen von Bürgerinnen und Bürgern, Kommunen und Verbänden galt es auszuwerten. In den Planungsprozess einbezogen wurden auch die Ergebnisse der Umweltprüfung. Diese erfasst und bewertet die Auswirkungen des Regionalplans, u.a. auf Tiere, Pflanzen, den Menschen, auf Boden, Wasser, Klima. Die Umweltprüfung trägt somit über den RPD hinaus dazu bei, dass Ziele des Umweltschutzes in der Planung berücksichtigt werden.

Am 14. Dezember 2017 hatte der Regionalrat mit dem Aufstellungsbeschluss dann die Schlüsselentscheidung getroffen. Die Vorlage hierfür umfasste 21 Aktenordner. Aus der nachfolgenden Rechtsprüfung bei der Landesplanungsbehörde ergaben sich in keinem Punkt Bedenken, so dass der Plan nun bekannt gemacht werden konnte.  Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher zeigte sich entsprechend hoch erfreut: „Das ist eine Bestätigung der sachorientierten Arbeit des Regionalrates und des guten Zusammenwirkens von Politik und Verwaltung. Wichtig ist mir aber vor allem, dass Kommunen, Unternehmen, Verbände und natürlich die Bürgerinnen und Bürger nun einen verlässlichen, umweltgerechten Rahmen zum Beispiel für neue Wohn- und Gewerbeprojekte haben. Das wird unsere attraktive und wirtschaftlich starke Region weiter voranbringen.“

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Sonnenstrom kommt vom eigenen Dach

Pressemitteilung der Volksbank im Bergischen Land

Die Volksbank freut sich über eine Rekordmarke ihrer Photovoltaikanlage am Tenter Weg. Auf 1.000.000 Kilowattstunden ist das Display an den ersten schönen Sonnentagen Anfang April gesprungen. Im August 2013 hatte die bergische Bank die Photovoltaikanlage auf einer Dachfläche direkt neben der Hauptverwaltung in Betrieb genommen. Mit einer Fläche von rund 3.200 Quadratmetern und 855 Modulen ist sie eine der größten in der Region. Weder Gebäude noch hohe Bäume in der Nachbarschaft stören die Sonneneinstrahlung.

Je länger die Sonne scheint und je höher sie steht, desto mehr Strom produziert die Anlage. Durchschnittlich sind es 200.000 Kilowattstunden im Jahr. „Damit könnte man etwa 50 Einfamilienhäuser mit Strom versorgen“, erläutert Volksbank-Architekt Andreas Bona. Den Großteil des auf ihrem Dach erzeugten Stromes verbraucht die Volksbank selbst. 350.000 Euro hat die Photovoltaikanlage bei ihrer Anschaffung gekostet, weitere 250.000 Euro flossen in Infrastruktur und Sicherungsmaßnahmen. Eine Investition, die sich nach fünf Jahren schon bezahlt gemacht hat – für das Unternehmen wie die Umwelt gleichermaßen.

Nächtliche Randale im Allee-Center beschäftigt Politik

Berichte in den lokalen Medien über nächtliche Randale und Sachbeschädigungen im Allee-Center veranlasste die CDU-Fraktion zu einer Anfrage zur gestrigen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Der drängende Tonfall, den der CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Peter Nettekoven darin anschlug, konnte den Eindruck erwecken, als habe die Stadtverwaltung auf diese Vorgänge nicht reagiert. Zitat: Achselzucken ist keine angemessene Antwort auf Randale und Pöbeleien. Wir erwarten von der Stadtspitze, dass dem Allee-Center, das nicht nur für unsere Innenstadt eine große Bedeutung hat, und den dort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geholfen wird. (...) Auch wir sehen mit Sorge, dass sich das Allee-Center aufgrund randalierender und pöbelnder Gruppen von zumeist Jugendlichen zu einem sozialen Brennpunkt entwickeln könnte in dem Bereich vom Teo Otto Theater zum Allee-Center und zwischen Allee-Center und Theodor-Heuss-Platz.“

Als sozialer Brennpunkt (Synonym für Problemviertel) werden nach einer Definition des Deutschen Städtetages von 1979 Wohngebiete bezeichnet, „in denen Faktoren, die die Lebensbedingungen ihrer Bewohner und insbesondere die Entwicklungschancen beziehungsweise Sozialisationsbedingungen von Kindern und Jugendlichen negativ bestimmen, gehäuft auftreten“, erläuterte in der gestrigen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses Sozialdezernent Thomas Neuhaus. Die Jugendlichen, die aktuell vermehrt, oder die Personen, die sich regelmäßig auf dem Theodor-Heuss-Platz oder auf der anderen Seite des Alleecenters aufhalten, und die aktuellen Vorfälle rechtfertigen „aus Sicht des Sozialdezernates sicherlich nicht ... die Einordnung als sozialer Brennpunkt, betonte Neuhaus.

„Öfter halten sich in der letzten Zeit Jugendliche in (größeren) Gruppen vor dem Alleecenter auf. Dieses Phänomen, dass Jugendliche,  insbesondere im Rahmen der Pubertät, sich in Peergroups (Gruppen von Gleichaltrigen) treffen und  selbstorganisiert Orte und Räume suchen, um sich auszuprobieren, ist eine normale Entwicklung“, fuhr der Sozialdezernent fort. Dies zeige sich regelmäßig und an unterschiedlichen Orten in der Stadt – leider auch manchmal der Gestalt, dass die Jugendlichen in dieser Entwicklungsphase auffallen und hierdurch Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erreichen wollen. „Es ist sinnvoll, dass sich der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) und der (einzige) Streetworker des Jugendamtes abstimmen und ein gemeinsames Vorgehen der Ansprache und Orientierung der Jugendlichen vereinbaren“, so Neuhaus weiter. Für diese Ausdrucksformen jugendlicher Entwicklung müsse die Abteilung "Jugendförderung" des Fachdienstes Jugend, Soziales und Wohnen ihr Handlungsfeld "Aufsuchende Jugendsozialarbeit" überarbeiten - auch ein Thema für die freien Träger der Jugendhilfe  in der Arbeitsgemeinschaft AGOT. Mögliches Ziel: die Hinführung dieser Jugendlichen zu den Freizeitangeboten in „Gelber Villa“ und Kraftstation. Neuhaus weiter: „Im Bedarfsfall sollten aber auch ergänzende passgenaue Angebote für diese Gruppen entwickelt werden (z.B. soziale Gruppenarbeit).“

„Insgesamt unbefriedigend“ befand Bezirksbürgermeister Otto Mähler die gegenwärtige Situation: „Die alten Leute trauen sich nicht mehr ins Allee-Center! Da muss was passieren!“ Und Fritz Beinersdorf (Linke) forderte ebenso wie Sven Wolf (SPD) ein „alternatives Aufenthaltsangebot für Jugendliche in der Innenstadt“. Eine solche Anlaufstelle fehle, seit die Stadt das Jugendcafé RIC am Markt aus Kostengründen geschlossen habe, kritisierte Beinersdorf.  Thomas Neuhaus hielt entgegen, das gegenwärtige Phänomen lass sich durch ein neues RIC nicht einfangen.

Auf die Frage der CDU-Fraktion, zu wie vielen Einsätzen die Polizei in jüngster Zeit habe ausrücken müssen und wie oft und an welchen Tagen von ihr die Schließung des Durchwegs im Allee-Center (Anm. außerhalb der Geschäftszeiten) angeordnet worden sei, antwortete gestern Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke: „Eine Einsatzrecherche bei der Polizei hat ergeben, dass seit Jahresbeginn 18 Einsätze wegen „Randalierer, Körperverletzung, Belästigung, Hausfriedensbruch“ zum Allee-Center gefahren wurden. Die Polizei hat dreimal aus gegebenem Anlass den Durchgang am Allee-Center sperren lassen.

Im Ausschuss für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung (BUKO) habe Ordungsamtsleiter Beckmann am 21. November 2017 berichtet, dass von den bis dahin geplanten 40 gemeinsamen Streifen mit der Polizei 28 stattgefunden hätten,  fuhr Barbara Reul-Nocke fort. Sieben seien vom KOD und fünf von der Polizei abgesagt worden. Der KOD habe bis dahin 188 Streifengänge in der Alleestraße und der Umgebung durchgeführt. Der Weihnachtsmarkt (und damit auch der Zugang zum Allee-Center) sei zweimal täglich (auch samstags) kontrolliert worden. Seit der Sitzung des BUKO am 21. November seien 20 gemeinsame Streifen mit der Polizei geplant worden, von denen dann aber drei durch die Polizei und eine durch den KOD abgesagt worden seien. „Somit haben 16 gemeinsame Streifen stattgefunden!“ Der KOD habe den Innenstadtbereich, dazu gehören auch die Zugänge ins Allee-Center vom Rathausplatz und vom Teo Otto Theater, an insgesamt 71 Tagen teilweise mehrfach täglich kontrolliert, insgesamt seien in diesem Zeitraum 151 Streifengänge registriert. Die Dezernentin: „Die Kontrollen finden überwiegend tagsüber statt, es sind 14 Kontrollen nach 20 Uhr registriert. Seit Schließung des Einzelhandelsgeschäfts ‚Netto‘ am Markt hat sich die Szene der Trinker vermutlich in Richtung Allee-Center verlagert, da im „Real“ bis in die Abendstunden Alkohol nachgekauft werden kann.“ Da es sich bei dem Durchgang im Allee-Center um eine Privatfläche handele, obliege die Kontrollpflicht im Übrigen dem Eigentümer, betonte Barbara Reul-Nocke. Dieser habe dafür bis in die Abendstunden einen Wach- und Schließdienst engagiert, „aber nicht nachts!“

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Der letzte Wunsch: Zu Hause sterben

Pressemitteilung der SAPV Remscheid GmbH

In Remscheid ist jetzt ambulante palliative Versorgung rund um die Uhr möglich. Ab sofort können schwerstkranke Patienten bis zu ihrem Tod zu Hause versorgt werden. Möglich macht dies die Zusammenarbeit von Pflegenden und Ärzten, die an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr Rufbereitschaft garantieren können – und dies kostenfrei für alle Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen. Zum Team der spezialisierten palliativen Versorgung Remscheid (SAPV) gehören vier qualifizierte Palliativärzte und –ärztinnen (QPA): Dr. Helmut Gülden, Facharzt für Urologie in Remscheid, Hanna Ludwig, Oberärztin Palliativstation am Sana Klinikum Remscheid, Dr. Michael Wehner, Facharzt für innere Medizin in Remscheid, und  Dr. Volker Marten, Facharzt für Urologie, der zuvor in Wuppertal die spezialisierte palliative Versorgung mitbegründete und den Remscheidern nun intensiv beim Start geholfen hat.

Für die Pflege steht Tatjana Lenuck-Schaper mit vier speziell ausgebildeten Palliativpflegekräften. Oberärztin Hanna Ludwig betont die Ausdauer und Beharrlichkeit, mit der Tatjana Lenuck-Schaper alle Hürden bis zum Start überwunden hat.  Alle Mitwirkenden sind sich einig: „Wir bejahen das Leben und sehen das Sterben als einen normalen Prozess an. Der Tod soll weder beschleunigt noch hinausgezögert werden.“ Die spezialisierte palliative Versorgung (SAPV) Remscheid

  • berät und begleitet Betroffene Angehörige pflegerisch und medizinisch und unterstützt sie beim Umgang mit Sterben und Tod,
  • erarbeitet in engem Einvernehmen mit den behandelnden Haus und Fachärzten einen individuellen Behandlungsplan und passt ihn bei Bedarf täglich an,
  • hilft, Schmerzen zu vermeiden und Symptome wie Erbrechen und Atemnot zu kontrollieren, versorgt Wunden und z.B. Ports,
  • arbeitet mit den ehrenamtlichen Hospizdiensten, Sozialarbeitern und Seelsorgern und weiteren Berufsgruppen zusammen, um die Betroffenen und ihre Angehörigen auch psychosozial zu unterstützen,
  • hilft Krisen vorzubeugen.

Ratsmehrheit für die verkaufsoffenen Sonntage

Vier Sondersitzungen für zwei Jahrmärkte“ hatte der Waterbölles am 26. März für den gestrigen Montag im Remscheider Rathaus angekündigt – von Umweltausschuss, Bezirksvertretung Alt-Remscheid, Bezirksvertretung Lennep und Rat der Stadt. Und die Tagesordnungen waren nahezu identisch. Es ging um „Verordnungen über das Offenhalten von Verkaufsstellen“ – für die Veranstaltung „Lennep blüht auf“ am 15. April in der Lenneper Altstadt und für einen Jahrmarkt der „Gilde der Marktschreier“ am 29. April auf der 750 Meter langen Fußgängerzone der Alleestraße zwischen Einmündung Daniel-Schürmann-Straße und Markt. Für beide Veranstaltungen fand sich gestern eine deutliche Ratsmehrheit. Das erlaubt es den Einzelhändlern in diesen Bereichen, ihre Geschäfte an den genannten Sonntagen zwischen 13 und 18 Uhr offenzuhalten.

Im Namen der Fraktion der Linken sprach sich Brigitte Neff-Wetzel, wie in ähnlichen Fällen in der Vergangenheit, entschieden gegen die beantragten verkaufsoffenen Sonntage aus. „Die Gründe gegen die Ladenöffnungen am Sonntag haben sich nicht geändert. Der Schutz des Sonntags ist in der Verfassung – auch in der nordrhein-westfälischen Landesverfassung – garantiert. Jeder zusätzliche weitere verkaufsoffene Sonntag weicht diesen Schutz auf. Der freie Sonntag dient der Ruhe, der Erholung, der Besinnung. Er gilt als Symbol der Freiheit von Arbeit und alltäglichen Zwängen. Der freie Sonntag soll Zeit bieten z.B. für die Familie, für Freunde, für Hobbies. Für jede Gesellschaft sind gemeinsame Zeiten der Ruhe und der Arbeit notwendig. Wenn alle Familienmitglieder aneinander vorbei arbeiten und vorbei konsumieren, wird jedes Familienleben noch schwieriger zu organisieren. Gerade Frauen, die mindestens zwei Drittel der Beschäftigten im Einzelhandel ausmachen und für die die Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf keineswegs gelöst sind, sind durch die weiteren Ladenöffnungen am Sonntag mal wieder überproportional getroffen. Die Ladenöffnungen werden auf dem Rücken von Frauen - insbesondere Müttern -ausgetragen!“

Vor der Sitzung
eine Gedenkminute

Bevor gestern die Sondersitzung des Rates zu den beiden verkaufsoffenen Sonntag in Alt-Remscheid und Lennep begann, bat Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz die Ratsmitglieder um eine Schweigeminute für die Opfer der Amokfahrt  eines Jahre alten Deutschen in Münster, bei der eine 51-jährige Frau aus dem Kreis Lüneburg und ein 65-jähriger Mann aus dem Kreis Borken gestorben und mehr als 20 Menschen verletzt worden waren; vier Menschen hatten schwerste Verletzungen davongetragen.

Zuvor hatte der OB einen Brief verlesen, den er heute seinem Münsteraner Amtskollegen Markus Lewe geschrieben hatte:

„Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, lieber Markus,

mit Entsetzen habe ich die Ereignisse des vergangenen Samstags in deiner Stadt verfolgt. Die Bilder werden mir lange im Gedächtnis bleiben. Ich bin erschüttert,- dass ein Mensch, der sich offenbar in einer psychischen Ausweglosigkeit befand, nicht nur sich, sondern andere mit in den Tod gerissen und viele andere schwer verletzt hat.

Ich möchte dir meine tief empfundene Verbundenheit vermitteln und die Anteilnahme des Rates der Stadt. Wir stehen gedanklich ah der Seite aller Bürgerinnen und Bürger deiner Stadt und zollen dir und allen Menschen in Münster unseren großen Respekt. Die Bilder der Trauerfeier, die große Anteilnahme und Hilfsbereitschaft aller sind ein Zeichen für eine große Solidarität in deiner Stadt.“

Natürlich brauche die Gesellschaft sonntags eine Grundversorgung, z.B.: an Energie, Verkehrstechnik oder Heil-, Pflege- und Notfalleinrichtungen, meinte die Sprecherin der Linken. Das diene dem Schutz und dem Wohl der Mitglieder einer Gesellschaft. „Aber der Verkauf von Konsumgütern gehört definitiv nicht dazu. Wir sehen in den zusätzlichen Ladenöffnungen am Sonntag einen weiteren Schritt in eine zunehmende Kommerzialisierung aller Lebensbereiche. Die ganze Welt – ein einziges riesiges Einkaufscentrum. Man kann es auch so ausdrücken: ‚Ohne Sonntage gibt's nur noch Werktage‘. Wer will das schon? Wir jedenfalls nicht!“

In der Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid hatten sich vor der Ratssitzung elf Mitglieder für den verkaufsoffenen Sonntag ausgesprochen und drei dagegen; zwei Mitglieder enthielten sich der Stimme. Das Ergebnis im Umweltausschuss: Zehn Ja- bei fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung. In der Sitzung der Bezirksvertretung Lennep fiel das Votum zugunsten des verkaufsoffenen Sonntages einstimmig aus. Das Ergebnis im Umweltausschuss war bei Lennep nicht anders als bei Alt-Remscheid: Zehn für Ja- bei fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung.

In der Ratssitzung zählte der Oberbürgermeister für den Verkaufssonntag in Alt-Remscheid 30 Ja- und 13 Nein-Stimmen (keine Enthaltungen), für die Veranstaltung „Lennep blüht auf“ 30 Ja und 14 Nein-Stimmen. An der Abstimmung zu Alt-Remscheid hatte Ralf Wieber als Vorsitzende des Marketingrates nicht teilnehmen dürfen. Vor der Abstimmung zu Lennep betonte er seine Unterstützung. Eine Vorahnung. So kann ihm die 14. Nein-Stimme nicht zugerechnet werden.

 Die Gegenposition zu den Linken hatte in der kurzen Aussprache vor den beiden Abstimmungen Philipp Wallutat (FDP) deutlich gemacht: Er habe schon früher für verkaufsoffene Sonntage votiert und werde das auch jetzt wieder tun. Er freue sich auf die „Abstimmung auf n euer gesetzlicher Grundlage“. Verkaufsoffene Sonntags würde n die Innenstadt und ihren Einzelhandel stärken und Umsätze wie Arbeitsplätze sichern helfen. Eine Ansicht, die auch Karl Heinz Humpert (CDU) vertrat, früher ein erklärter Gegner der verkaufsoffenen Sonntage. Durch diese könne der Einzelhandel dem Internet Paroli bieten, meinte Humpert gestern.

Die Fraktionsvorsitzenden von SPD und CDU, Sven Wolf und Jens Peter Nettekoven, erklärten, beide Abstimmungen seien innerhalb ihrer Fraktionen „freigegeben“. Christine Krupp SPD-Unterbezirksvorsitzender und von Beruf Gewerkschaftsfunktionärin, kritisierte, dass der verkaufsoffene Sonntag am 29. April den Arbeitnehmern ein verlängertes Wochenende (mit dem 1. Mai) „zerschießen“ werde (sie stimmte spätere dagegen).

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