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CDU zog Anträge mit Drohgebährde zurück

JHA-Sitzung wurde für CDU zum totalen Debakel“, berichtete der Waterbölles gestern. Im Jugendhilfeausschuss (JHA) war die CDU-Fraktion, mit zwei Anträgen krachend (nur ihre eigenen vier Ja-Stimmen) gescheitert, die Ausgliederung der städtischen Kindertageseinrichtungen aus dem Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen a) in den Bereich Schule bzw. b) in eine selbstständige Organisationseinheit prüfen zu lassen sowie die neuen Herausforderungen in der Jugend- und Sozialpolitik in einem Handlungskonzept inhaltlich und personell zu benennen. Alle übrigen Ausschussmitglieder, auch die Vertreter der freien Träger, hatten dafür keine Notwendigkeit gesehen. Aus dieser Abstimmungsniederlage, die einem politischen Eigentor gleich kam, zog die CDU-Fraktion in der gestrigen Sitzung des Haupt- und Finanzausschuss schon bei der Festlegung der Tagesordnung Konsequenzen: Fraktionsvorsitzender Jens Peter Nettekoven gab Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz zu verstehen, über diese Anträge brauche nicht mehr abgestimmt zu werden. Nach kurzer Irritation stellte der OB die richtige Frage: "Heißt das, beide Anträge werden zurückgezogen?"  Antwort !Ja".

Hätte es Nettekoven dabei belassen, wäre das Thema kurz und bündig beendet gewesen. Aber er legte nach und warf dem OB vor, die Anträge der CDU in der Vollversammlung der SPD thematisiert und sie an die Mitarbeiter/innen der städtischen Kitas weitergeleitet zu haben, um sie zu mobilisieren. Sollte sich Letzteres als zutreffend herausstellen, werde er sich juristische Schritte vorbehalten.

Burkhard Mast-Weisz wies den Vorwurf der Stimmungsmache zurück und betonte, als Verantwortlicher in dieser Verwaltung habe er das Recht, zu jedweden Anträgen der Politik Stellung zu beziehen. Im Übrigen denke er nicht im Entferntesten daran, die Kitras aus dem Fachbereich (des Jugendamtes) auszugliedern und sei nun froh, dass die CDU auf ihre Anträge verzichte.

Das sei eine kluge Entscheidung, knüpfte hier der SPD-Fraktionsvorsitzende Sven Wolf an. Vergeblich versuchte Nettekoven, diese und die folgenden Stellungnahmen von Sprechern der Grünen und der Linken zu unterbinden. Der Oberbürgermeister: „Herr Nettekoven, Sie haben ihre Meinung sagen können, und das können jetzt auch andere!“

So konnte denn Sven Wolf mit dem Vorwurf an die CDU fortfahren, diese habe, als sie ihre Anträge stellte, übersehen, dass diese Irritationen auslösen würden. Und David Schichel von den Grünen ergänzte, die Anträge seien auch inhaltlich schlecht gewesen, da sachfremd. Die Kitas seien in ihrem jetzigen Fachbereich gut integriert. Nettekoven hielt dem Oberbürgermeister vor, diese Meinungsäußerungen nicht unterbunden  zu haben, verlangt ein Wortprotokoll und wiederholte seine Androhung von juristischen Schritten.

Kurzkommentar des Waterbölles: Ein Zeichen für Dünnhäutigkeit, verbunden mit dem Versuch, noch halbwegs elegant aus dieser selbst verschuldeten peinlichen Lage herauszukommen. Eine kluge Politik und ein halsstarriges „Mit dem Kopf durch die Wand“ schließen sich nun mal aus. Es wäre besser gewesen, die CDU hätte bei den demokratischen Parteien im Rat frühzeitig vorgefühlt, was sie von einem Ämterwechsel der städtischen Kitas hielten. Dann wäre das Ganze sicher schnell und unauffällig unter den Tisch gefallen – ohne Gesichtsverlust für die CDU.

JHA-Sitzung wurde für CDU zum totalen Debakel

Im Jugendhilfeausschuss (JHA) war gestern Punkt 9.3 der Tagesordnung der Antrag der CDU-Fraktion, man möge die Verwaltung mit einem „zukunftsorientierten Handlungskonzept für den Jugend- und Sozialbereich“ beauftragen. Begründet hatte die CDU ihren Antrag mit der Mitteilungsvorlage von Sozialdezernent Thomas Neuhaus, im Verwaltungsvorstand werde seit der Pensionierung von Petra Hellmann-Wien über eine Neuorganisation ihres bisherigen Fachdienstes Jugend, Soziales und Wohnen nachgedacht. Die Verwaltung möge die neuen Herausforderungen in der Jugend- und Sozialpolitik in diesem Handlungskonzept inhaltlich und personell benennen, so die CDU.  Doch ihr Antrag, der als Empfehlungsbeschluss an dem Rat der Stadt hätte weitergeleitet werden sollen, bekam lediglich vier Ja-Stimmen von den Ausschussmitgliedern der CDU.

Dass der Antrag zuvor nicht zurückgezogen wurde, spricht dafür, dass die CDU - wie so oft - kein Drehbuch hatte. Denn kurz zuvor war im JHA mit dem gleichen niederschmetternden Stimmenergebnis auch ihr Antrag hängengeblieben, durch die Verwaltung die Ausgliederung der städtischen Kindertageseinrichtungen aus dem Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen a) in den Bereich Schule bzw. b) in eine selbstständige Organisationseinheit prüfen zu lassen. Als sich dieser Antrag bei der Abstimmung als politisches Eigentor herausstellte, hätte die zweite Niederlage noch durch ein Zurückziehen der Forderung nach einem Handlungskonzept vermieden werden können. So aber wurde die gestrige JHA-Sitzung für die CDU zu einem totalen Debakel. Und auf der nahezu vollbesetzten Zuschauertribüne des großen Sitzungssaales im Rathaus applaudierten die Erzieherinnen und Erzieher aus den städtischen Kindertagesstätten, weil sie genau das erhofft hatten.

Dabei hätte die CDU ihre Niederlage bei diesen beiden Abstimmungen voraussehen können. Denn gestern um 12.35 Uhr veröffentlichte der Waterbölles eine Presseerklärung der SPD-Fraktion, die unmissverständlich war: Die „SPD-Fraktion lehnt eine Ausgliederung der Kindertageseinrichtungen aus dem Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen ab.“ Denn deren Zugehörigkeit zum Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen habe sich bewährt. Im Übrigen fehle dem Rat der Stadt die Kompetenz, auf die Zuschnitte von Fachdiensten und Dezernaten Einfluss zu nehmen. Die CDU-Fraktion greife mit ihrer Forderung  massiv in die Organisationshoheit des Oberbürgermeisters ein.

Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Katharina Keil griff das in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses auf. Man habe mit dem bedarfsgerechten Ausbau der Kitaplätze und der Sicherung der Finanzierung der Einrichtungen genug Probleme, die es zu lösen gelte. „Wir haben die Kinder, die Erzieherinnen und Erzieher im Fokus unserer Arbeit und nicht den Einfluss auf die verwaltungsinterne Organisation“, sagt Keil und erntete bei den Erzieher/innen auf der Zuschauertrine mit ihrer Auffassung lauten Beifall, für organisatorische Veränderungen gebe es keinerlei sachliche Gründe. Dass CDU-Sprecherin Thea Jüttner (in einer Pressekonferenz) bereits personelle Vorstellungen geäußert habe, verwundere und irritiere doch sehr, da diese Stelle erst noch ausgeschrieben werden müsste, so Keil.

Ingrid Rosiejka. Foto: Lothar Kaiser Verständnis für diese Irritation zeigte Ingrid Rosiejka (Foto rechts), Leiterin der Kita „Villa Kunterbunt“ und Sprecherin der "AG Kita". Auch sie betonte, die städtischen Kindertagesstätten sollten unter dem Dach des Jugendamtes bleiben. Dem schlossen sich Jutta Velte (Grüne) und Brigitte Neff-Wetzel (Linke) an. Neff-Wetzel: „Ich habe nichts erkennen können, was in diesem Fachbereich falschgelaufen wäre. Was soll also dieser Antrag der CDU?!“

Es handele sich doch nur um einen Prüfauftrag („nichts Schlimmes!“), hatte Thea Jüttner zuvor versucht, die Gemüter zu beschwichtigen. Bei dem Begriff „Ausgliederung“ hätten offenbar bei vielen die Alarmglocken geläutet. Sie verstehe die Zuordnung der Kitas zum Fachbereich Schule / Bildung als einen „innovativen Ansatz“. Wenn die Stadt Remscheid „dafür noch nicht so weit“ sei, könne man aus den Kitas ja auch ein selbständiges Amt machen, damit der neue Amtsleiter dann zu seinem Dezernenten und zum Verwaltungsspitze einen direkten Draht habe. Ob das als Kritik an der pensionierten Fachbereichsleiterin Petra Hellmann-Wien zu verstehen sei, wollte Jutta Velte wissen. Eine rhetorische Frage, auf die sie keine Antwort bekam - und auch keine erwartet hatte. Wen Thea Jüttner (CDU), die frühere Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses,  denn als neuen Amtsleiter im Sinn gehabt hatte, sagte sie ebenfalls nicht.

 

Ein Gewinn für unsere Stadt und unser Land

Auch im vergangenen Jahr haben wieder Remscheider Mitbürgerinnen und Mitbürger die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Um dies entsprechend zu würdigen, hatte die Stadt Remscheid die Neubürger/innen für gestern Nachmittag zu einer in den Großen Sitzungssaal des Rathauses eingeladen. Von den 27 neuen deutschen Staatsbürgern – es fehlten nur wenige – hatten fünf eine britische, je vier eine spanische oder italienische und drei eine kroatische Staatsangehörigkeit.  Von Seiten der Politik nahmen neben Oberbürgermeister Burkhardt Mast-Weisz auch die Dezernenten Barbara Reul-Nocke  und Thomas Neuhaus, Sevinc Brilling (Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums), von der Ausländerbehörde Claudia Schwarzweller und Dietmar Murach  sowie der Personalratsvorsitzende Klaus Ellenbeck an der Feier teil, von Seiten der Politik Fritz Beinersdorf (Linke), Waltraud Bodenstedt (WiR), Philipp Wallutat (FDP) sowie Beatrice Schlieper und Jutta Velte von den Grünen. Schwungvoll umrahmt wurde die Feier vom Streichquartett der Bergischen Symphoniker.

„Die Übernahme der deutschen Staatsbürgerschaft ist ein wichtiges Zeichen, ein Zeichen der tiefen Verbundenheit mit unserem Staat. Niemand aber erwartet von Ihnen, dass Sie Ihre Wurzeln und die Ihrer Familien, die in vielen anderen Ländern liegen, aufgeben. Bringen Sie das mit in unsere Gesellschaft ein, was Ihnen aus Ihrer jeweiligen Biografie wichtig erscheint. Das bereichert unser Land und unsere Stadt“, begrüßte der OB die Neubürger. „Deutschland ist seit Menschengedenken ein Einwanderungsland – auch wenn dieses Wort unnötigerweise umstritten ist. Tatsache ist doch, dass es doch schon immer Zuwanderung gab. Ich las kürzlich einen Roman, der im 16.Jahrhundert spielte. In diesem Buch wurde von den furchtbaren Religionskonflikten zwischen Katholiken und Protestanten berichtet. In der sogenannten Bartholomäus-Nacht wurden zigtausende Protestanten in Paris und anderen französischen Städten ermordet. Als Folge davon wanderten viele Hugenotten nach Preußen und Hessen ein. Die damals aus Frankreich Geflüchteten haben dort ihre neue Heimat gefunden. Sie konnten dort ohne Angst vor Verfolgung leben. Sie waren in jeder Weise ein Gewinn für die damaligen Gesellschaften, auch Wirtschaft und das Handwerk profitierten von der Zuwanderung.“

Zuwanderung habe es auch zu Zeiten der Industrialisierung im 19.Jahrhundert gegeben, fuhr Mast-Weisz fort. „Und nach dem zweiten Weltkrieg sind viele Menschen in die Bundesrepublik gekommen, weil sie aus ihrer Heimat vertrieben worden sind. Sie haben hier ihre neue Heimat gefunden, Familien gegründet, Kinder bekommen, gearbeitet, zum Wohlstand beigetragen. Gleiches gilt für all diejenigen, die ab den 1960-er Jahren als so genannte Gastarbeiter nach Deutschland und nach Remscheid gekommen sind. Eigentlich nur für eine kurze Zeit geplant, sind die meisten doch geblieben. Ohne diese Zuwanderung wäre unsere Stadt längst keine Großstadt mehr, ohne sie würden Wirtschaft und Handwerk, Dienstleistung und Verwaltung nicht funktionieren!“

Der Oberbürgermeister zeigte sich überzeugt davon, dass Zugewanderte haben unsere Stadt bereichert haben, weil sie sich engagieren sich in Vereinen, Religionsgemeinschaften, in der Kultur, für unsere Stadt engagieren und  somit zu einem gelungenen Miteinander mitwirken. All die Menschen zu integrieren, die in den vergangenen drei Jahren als Geflüchtete zu uns gekommen sind und dauerhaft hier bleiben, sei eine große Herausforderung, riesige Aufgabe. Die erfordere das Mitmachen aller. „Wir brauchen dabei auch die Hilfe von Bund und Land. Nicht nur aus finanziellen Aspekten. So ist es z.B. unabdingbar, dass wir ausreichend Lehrerinnen und Lehrer bekommen, die an unseren Schulen dafür Sorge trage, dass die Kinder aus den neuen Familien gute Startchancen haben. Wir brauchen die Bereitschaft der Wirtschaft, in unseren neuen Nachbarn Potentiale für ihre Unternehmen zu sehen, sie anzuleiten, auszubilden und ihnen gute Arbeitsplätze zu vermitteln.“

Leider habe sich in den vergangenen Monaten insbesondere in den sozialen Medien beim Thema Zuwanderung das Klima deutlich verschlechtert, fuhr der OB fort. Mittlerweile scheine es opportun zu sein, unter Nennung des eigenen Namens Hassmails, Beschimpfungen und Beleidigungen zu veröffentlichen.  „Verstärkt wird das dadurch, dass führende Mitglieder einer mittlerweile in vielen Landesparlamenten und im Bundestag vertretenden Partei dieses böse Klima noch schüren. Dem müssen wir mit aller Deutlichkeit entgegentreten. Wir dürfen nicht zulassen, dass der Politikstil der AfD salonfähig wird. Wir müssen für unsere freiheitlich demokratische Grundordnung immer und überall eintreten. Sie ist kein Automatismus, die jüngere deutsche Vergangenheit hat doch gezeigt, wie schnell aus einer solchen Stimmung heraus eine undemokratische Regierungsform entstehen kann, die unser Land und ganz Europa in die Katastrophe geführt hat. Für  unsere Demokratie müssen wir alle Tag für Tag einstehen. Sie ist das Gerüst unseres Staates, ohne sie wäre es nicht mehr das Land, auf das wir zu recht alle stolz sein können. Ich bin stolz auf Pressefreiheit, ich bin stolz auf die Meinungsfreiheit, die auch solche Meinungen zulässt, die ich ausdrücklich nicht teile. Und ich bin überzeugt davon, dass wir Gegner unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung ausschließlich mit den Mitteln der Demokratie, mit den besseren Argumenten überzeugen müssen!“

Es gebe viele Möglichkeiten, sich in Remscheid aktiv an der Gestaltung der Zukunft unserer Stadt und unseres Landes zu beteiligen, so der OB: „Demokratische Parteien, Religionsgemeinschaften, viele Sport-, Kultur und Sozialvereine freuen sich über Mitmacherinnen und Mitmacher. Unsere freiheitlich demokratische Grundordnung, unsere Demokratie, unsere Stadt lebt vom Mitmachen!“

Demokratie ist kein Festzustand

Die Vermischung mit unterschiedlichsten Nationalitäten sei in Deutschland längst zur Normalität geworden, betonte Erden Ankay Nachtwein, die Vorsitzende des Integrationsrates. Und Mehrsprachigkeit sei heute ein Glücksfall für gute wirtschaftliche Entwicklungen in Europa.  Ungeachtet des Kulturkreises, aus der der Einzelne komme, seien alle verpflichtet, das deutsche Grundgesetz und die freiheitlichen Grundordnung zu achten und zu respektieren und danach zu leben und zu handeln. So sei ein friedliches Zusammenleben sichergestellt, ohne dass ein Neubürger seine Herkunft verleugnen müsse und er seine Traditionen und Lebenserfahrungen auch hier in Deutschland ausleben könne und dürfe. „Aber Demokratie ist kein Festzustand, sondern ein lebendiger und sich immer weiter zu entwickelnder Prozess, und die demokratische Grundordnung muss jeden Tag aufs Neue vorgelebt und verteidigt werden!“

Erden Ankay-Nachtwein zitierte dem amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy  mit den Worten „Einen Vorsprung im Leben hat, wer da anpackt, wo die anderen erst einmal reden" und stellte fest, dass Integration eine Gemeinschaftsaufgabe sei. „Wir sollten es gemeinsam anpacken! In diesem Sinne: Willkommen in unserer Stadt Remscheid und willkommen in der deutschen Gesellschaft, die vielfältig, multikulturell demokratisch und schön bunt ist!“

Entscheidung über Trennung steht noch aus

Zum Abschied viel Dank und Anerkennung“, titelte der Waterbölles 18. Januar, nachdem der Jugendhilfeausschuss die bisherige Leiterin des städtischen Fachdienstes Jugend, Soziales und Wohnen, Petra Hellmann-Wien, in den Ruhestand verabschiedet hatte. Ob es bei dem mit 391,56 Stellen personalstärksten Fachdienst der Stadtverwaltung bleiben wird, oder ob er in zwei Fachdienste aufgeteilt werden soll, wird derzeit nicht nur verwaltungsintern erörtert, sondern auch in der Politik, wie die jüngste Anfrage der CDU zeigt. Darauf hat die Verwaltung zur heutigen Ratssitzung geantwortet. Zitat:

„Ausgangspunkte für die aktuelle Prüfung einer Neuorganisation sind:

  • die unterschiedlichen Leitungsspannen der 5 Fachdienste im Dezernat.
  • die zukünftigen Herausforderungen durch maßgebliche Gesetzesänderungen (Bundesteilhabegesetz, Pflegestärkungsgesetz) und zu erwartende gesellschaftliche Veränderungen (demographischer Wandel, fortschreitende Altersarmut, Steigerung pflegerischer Bedarfe) sowie eine fortschreitende Entwicklung  in der Jugendhilfe (Schutz des Kindeswohls, Ausbau Prävention).
  • die Sicherstellung der Handlungsfähigkeit durch eine angemessene Fach- und Führungskompetenz sowie Personalkapazität auf der Ebene der Fachdienstleitung.
  • die Erarbeitung von langfristigen fachlichen Handlungsstrategien für das Aufgabenfeld Jugend und das Aufgabenfeld Soziales / Wohnen.
  • obwohl gute und funktionierende Systeme im Fachdienst implementiert sind: sich weiter veränderte Anforderungen in den Aufgabenfeldern Wirkungsorientierte Steuerung, Fachcontrolling, Finanzcontrolling und Fachaufsicht.

Dazu wird derzeit im Dezernat von Thomas Neuhaus eine Vorlage für den Verwaltungsvorstand erarbeitet. An der Erörterung der Vor- und Nachteile einer Reorganisation seien die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachdienstes beteiligt, heißt es in der Mitteilung. Zudem wird darauf verwiesen, dass  nach der „Standardorganisation“ der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGST) in kreisfreien Städten die Organisation der in Rede stehenden Aufgabenbereiche in zwei Fachdiensten (für Soziales bzw. Jugend) erfolge.

Verkehrsberuhigter Neuenhof kostet die Anwohner

Anwohner: Schilder sind keine Problemlöser“, titelte der Waterbölles am 22. September 2016, nachdem Anwohner des Neuenhofs  in einer Sondersitzung der Bezirksvertretung Süd in der Mensa der Sophie-Scholl-Schule die Lösung der allseits kritisierten Verkehrsprobleme in der mehr als 60 Jahren alten Siedlung in den Sommerferien nicht in einem Wald von Halteverbotsschildern, sondern vielmehr in der Fällung „falsch gepflanzter“ Straßenbäume gesehen hatten. Ob der jetzt vorliegende Vorschlag der Verwaltung, die Straße Neuenhof (den sogenannten „Äußeren Ring“) zwischen den Hausnummern 53 (am Sportplatz) und 89 (südliche Einmündung zur Baisieper Straße) verkehrsberuhigt auszubauen, bei den Anwohnern auf breite Zustimmung stoßen wird, muss sich erst noch zeigen. Denn die angesetzten Baukosten von etwa 800.000 € (zzgl. Ingenieur-Kosten in Höhe von 160.000 €) gedenkt die Verwaltung durch Anliegerbeiträge gemäß Kommunalabgabegesetz (KGA) größtenteils zu refinanzieren, konkret: von den Besitzern der anliegenden Grundstücke einzufordern.

In diesem Abschnitt der Straße Neuenhof sei ein Neubau dringend erforderlich; eine einfache Deckensanierung sei dort nicht mehr möglich, so die Verwaltung Im Bereich der Bäume sei die Straße zudem durch das Wurzelwerk geschädigt. Die Neubau-Planung soll in 2019 extern an ein Ingenieur-Büro vergeben werden. Ab 2020 wäre dann der Ausbau der Straße Neuenhof grundsätzlich möglich. Aber: „Der tatsächliche Zeitpunkt des Ausbaus ist mit den TBR bezüglich anderer Baumaßnahmen (z.B. DOC, Revitalisierung Innenstadt) zu koordinieren“, heißt in einer Mitteilungsvorlage für die Sitzung der BV Süd vom 14. Februar. Zitat: „Nach Auskunft der TBR kann der Bau (sogenannte endgültige, erstmalige Herstellung) ... zu großen Teilen aus Anliegerbeiträgen nach KAG finanziert werden.“

Die bisherige Berichterstattung:

Anwohner: Schilder sind keine Problemlöser

Leben im Schilderwald Neuenhof

Hearing im Rathaus zum absoluten Halteverbot

Stadt Remscheid lenkt bei absolutem Parkverbot ein

Absolutes Halteverbot im Bereich Neuenhof

Die im August 2016 umgesetzten umfangreichen Beschilderungsmaßnahmen – um einerseits die notwendige Durchfahrtsbreite für Rettungsfahrzeuge und Lkw der Entsorgungsbetriebe sicherzustellen und andererseits so viele Stellplätze wie möglich zu erhalten – werden in der Vorlage als erfolgreich bezeichnet. Darüber hinaus könnten mit einer veränderten Beschilderung jedoch keine weiteren Stellplätze generiert werden (wegen begrenzter öffentlicher Verkehrsfläche). „Auch durch eine Einbahnstraßenregelung  z.B. in der Breslauer Str., wie von Anwohnern gewünscht, können keine weiteren Stellplätze gewonnen werden. Hier wäre dann eher mit einer Erhöhung der gefahrenen Geschwindigkeiten zu rechnen, weil kein Gegenverkehr mehr zu beachten ist. Außerdem entstehen durch Einbahnstraßen zusätzliche Umweg-Fahrten“, teilt die Verwaltung mit.

Durch Neuplanung als verkehrsberuhigter Bereich könnten überschlägig ca. fünf bis zehn zusätzliche Stellplätze geschaffen werden, meinen die Verkehrsplaner und fügen hinzu: „Ob sich dieses erreichen lässt, wird sich aber erst im  Zuge der Detailplanung zeigen.“ Eine höhere Anzahl an Stellplätzen sei in dem Bereich auch dann nicht möglich, wenn die Bäume im nördlichen Abschnitt gefällt werden würden. Auch bei einer Neuplanung muss die durchgängige Befahrbarkeit der Straßen für Rettungsfahrzeuge Priorität haben.

Nach einer Analyse der GEWAG besteht heute noch ein zusätzlicher Bedarf von 41 Stellplätzen. Seitens der GEWAG wird geprüft, ob unter teilweiser Einbeziehung des Gehwegs und eigener Flächen sechs Stellplätze von der GEWAG erstellt werden können. Außerdem hat die GEWAG in der Breslauer Straße den Bau von zehn Garagen auf ihrem eigenen Gelände als Möglichkeit angedeutet. Darüber hinaus wird von der GEWAG noch ein Stellplatzdefizit von 25 Stellplätzen gesehen. Bis wann die Verwaltung mit einem Ergebnis der Prüfungen rechnen, sagte sie nicht.

Städtische Tochter GEWAG feiert Jubiläum

„Durch bewegte Zeiten hindurch, die geprägt waren von Wiederaufbau, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen, hat sich die die GEWAG zu dem entwickelt, was sie heute ist. Ein modernes und erfolgreiches kommunales Wohnungsunternehmen, das sich durch engagiertes und verantwortungsbewusstes Handeln im Bergischen Land, in der Stadt Remscheid und in den eigenen Quartieren vor Ort auszeichnet: mit modernen Wohnformen und integrativen Angeboten. Die GEWAG und vor allem die Menschen, die dort arbeiten, können auf ihre bisherigen Leistungen mit Fug und Recht stolz sein“, heißt es im Grußwort des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen (VdW) zum 100-jährigen Bestehen der GEWAG Wohnungsaktiengesellschaft Remscheid, einer städtische Tochtergesellschaft. Gefeiert wird es morgen im Kulturzentrum der Klosterkirche Lennep. Die zahlreichen Gäste, die GEWAG-Vorstand Hans-Jürgen Behrendt dorthin eingeladen hat, erwartet nach dem Empfang ein Theaterstück mit viel Musik, eigens für diesen Anlass geschrieben und aufgeführt vom „Scharlatan-Theater“ aus Hamburg, und ein gemeinsamer Brunch.

Zum Jubiläum wurde auch eine Festschrift herausgegeben. Darin schreibt Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz: „So wie die Stadt hat sich auch die GEWAG in den letzten Jahrzehnten verändert – und wird dies auch weiter tun. Ihre Wurzeln und somit ihre eigentliche Aufgabe hat sich aber nicht verändert: attraktiven Wohnraum für die Menschen in unserer Stadt bereitzustellen. (...) Immobilienwirtschaft ist heute ein wesentlicher Baustein der Stadtentwicklung. Gerade das aktuelle Engagement der GEWAG am Honsberg zeigt, wie sich Veränderungen im Stadtteil auf das Wirken der GEWAG auswirken, wie aber auch deren Handeln maßgebliche Akzente zur Revitalisierung und Attraktivierung setzt.“

Aber auch Mieter der GEWAG kommen darin zu Wort:

  • Susanne Marks lebt seit 65 Jahren in ein und derselben GEWAG-Wohnung: „„Ich war hier all die Jahre sehr glücklich und zufrieden und kann nur sagen: wenn du eine Wohnung suchst, geh zur GEWAG. Die sind immer für dich da, schnell, freundlich und unkompliziert.“
  • Vor 60 Jahren zog Margarete Schulz mit ihrer Familie aus einer Flüchtlingsbaracke in ein kleines Mietshaus der GEWAG an der Birkenstraße, bis heute für sie eine Schatzkammer schöner Erinnerungen. Ringsherum sind inzwischen zwar fast alle Häuser verkauft, aber die nette Gemeinschaft ist geblieben. „Alle neuen Besitzer stellen sich vor. Es ist ein vertrauensvolles Verhältnis unter uns Nachbarn, so war es schon Immer. Und wenn tatsächlich was kaputt ist, wird das von der GEWAG sofort erledigt.“

Zitat aus dem Grußwort von Vorstand Hans-Jürgen Behrendt und Lothar Sill, dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates: „Noch heute prägen die Groß- und Einzelprojekte der Gesellschaft das Gesicht zahlreicher Stadtgebiete, doch in  einer großen Geschwindigkeit sind gesellschaftliche Veränderungen eingetreten, die nicht zum Stillstand kommen und es erforderlich machen, neue Wohnkonzepte zu entwickeln und dabei Themen wie Ökologie und Energie, Demografie und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Migration und Integration aufzugreifen. (...) Auch künftig werden der Aufsichtsrat und der Vorstand der Gesellschaft ihre Hauptaufgabe darin sehen, Wohnraum einschließlich der Serviceleistungen für verschiedenste Zielgruppen vorzuhalten, der nachfragegerecht und bezahlbar ist.“

In den vergangenen 100 Jahren hat die GEWAG vielen Menschen Wohnraum und damit Heimat bieten können. Menschen in den unterschiedlichsten Situationen und aus den verschiedensten Nationen – „nach Kriegen, als Spätaussiedler, als Gastarbeiter, im Rahmen von Familienzusammenführungen, zur Ausbildung oder nach einer Flucht: Wir haben schon immer Menschen aufgenommen und integriert. Unser Ziel ist es, dies auch in Zukunft zu tun und jeden dabei zu unterstützen. Wir bieten ein Zuhause“, zitiert die Festschrift als dem Vorwort von Vorstand Behrendt zum Geschäftsbericht 2015).

Seit 1918 hat die deutsche Gesellschaft sich stark gewandelt, und die Aufgaben sind vielfältiger geworden, um die Ansprüche aufgrund unterschiedlichster Lebens- und Haushaltsformen im Miet- und Eigentumssektor zu befriedigen. Zitat: „Neue Wohnkonzepte wurden entwickelt, geeigneter Wohnraum errichtet oder Bestandsimmobilien optimiert. Gleichzeitig wurde auch eine bauliche Anpassung der städtischen Infrastruktur notwendig.“ Zum Gewerbeportfolio der GEWAG gehören heute das Ämterhaus der Stadtverwaltung, die Stadtteilbibliothek Lennep, ein Feuerwehrgerätehaus, ferner Einrichtungen für Kurzzeit- und Tagespflege sowie Kindergärten.

In jeder Immobilie stecke zwar das lateinische Wort „immobilia“ („unbeweglich“), doch seit 100 Jahren beweise die GEWAG Flexibilität im Umgang mit den unbeweglichen Gütern, „stetig in Bewegung, um bezahlbare, attraktive und zeitgemäße Wohn- und Gewerberäume bieten zu können.“ Manches ändere sich ständig, aber: „Ein eigenes Bad oder eine gepflegte Außenanlage kommen nie aus der Mode!“

In der Gründungsphase ging es vornehmlich darum, dem Mietwucher mit öffentlich gefördertem Wohnraum zu begegnen. Nach dem zweiten Weltkrieg war Aufbauarbeit gefragt. Bis 1967 konnte die GEWAG zusätzliche Wohnungen für 7.500 Haushalte schaffen. Eine Leistung, die mit geringem Eigenkapital und somit hohem unternehmerischem Risiko verbunden war. Aber ausgebombte Remscheider sowie tausende Flüchtlinge und Vertriebene brauchten ein neues Zuhause. Wenig später war günstiger Wohnraum für angeworbene Arbeitskräfte aus dem Ausland gefragt. Und für die neue Wohlstandsgesellschaft mussten zusätzliche Pkw-Stellplätze und  Eigenheime geschaffen werden. Es fehlten Einkaufsmöglichkeiten, Kindergärten, Spielplätze. Doch kaum waren die Wohnträume der 1950er und 1960er Jahre erfüllt, standen erste Modernisierungsmaßnahmen an. Bäder mussten renoviert, Kohleöfen abmontiert und komfortable Zentralheizungen installiert werden. Dabei habe die GEWAG „alle nötigen Investitionen und Veränderungen immer gut durchdacht und nie waghalsig gehandelt“, heißt es in der Festschrift.

Nach nur 19 Monaten Gesamtbauzeit übergab die GEWAG im Frühjahr 2005 das Dienstleistungszentrum am Friedrich-Ebert-Platz mit 10.103 Quadratmetern Gewerbefläche an die neuen Nutzer. Dafür war das ehemalige Arbeitsamt und die ehemalige Post, zum Teil 210 Jahre alt, aufwendig entkernt worden. So sei eine städtische Brachfläche verhindert worden, „deren Wiederbelebung mühsam, langwierig und kostspielig geworden wäre“.

Um heute effektiv in energetische, technische und ästhetische Modernisierung investieren zu können, sei es auch sinnvoll, den Bestand zu reduzieren: „Auch wenn manche Trennung schwer fällt, muss die GEWAG Ballast abwerfen, um unternehmerisch an Höhe zu gewinnen bzw. Höhe zu halten.“ Der Verkauf von Immobilien zeige aber  auch erfreuliche Nebenwirkungen: „Er wirkt sich durchaus positiv auf die Entwicklung der Stadtteile aus. Die neuen Eigentümer sind mit ihren Immobilien und auch dem Wohnumfeld viel enger verbunden. Sie identifizieren sich noch mehr mit dem Zuhause. Deshalb gestalten sie ihr Lebensumfeld aktiver mit und engagieren sich für die Verbesserung der Infrastruktur vor Ort. Eine solche Entwicklung kann für Remscheid nur gut sein!“Klimawandel, Überalterung, Altersarmut, Nachhaltigkeit, Mobilität, Sicherheit, Inklusion und Integration sind Themen unserer Zeit. Darauf reagiert die GEWAG mit Investitionen in energetische Maßnahmen, alternative Baumaterialien, verstärkte Barrierefreiheit und zeitgemäße Wohnformen. „Moderne Fenster- und Türanlagen sowie Lichtkonzepte geben mehr Sicherheit. Kitas, Bibliotheken oder Gemeindezentren, Bildungs- und Betreuungsangebote werten die Viertel auf. Kulturangebote werden erweitert, die Infrastruktur optimiert, auch um in schwachen, weniger attraktiven Vierteln den Handel zur Rückkehr bzw. zum Bleiben zu motivieren.“

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Jugendherberge, weil Burg Zukunft hat

Bergische Parlamentarier und Stadtspitzen haben eine „Burger Resolution" unterzeichnet:

„Weil Burg Zukunftspotenzial hat: Die Jugendherberge in Solingen- Burg muss erhalten werden! Für eine funktionierende Gesellschaft ist es von großer Bedeutung, dass junge Menschen Gemeinschaftserfahrungen sammeln, dass sie das Miteinander als etwas Positives erleben und dass sie lernen, in der Gruppe die eigene Position und Rolle zu finden. Deshalb haben Klassen- und Gruppenfahrten von Schülerinnen und Schülern eine pädagogische Bedeutung für das positive Miteinander, die nicht unterschätzt werden darf. Das alles kann in einer Jugendherberge hautnah erlebt werden: Soziales Verhalten einüben, Rücksichtnahme und Toleranz erfahren, ganzheitliches, vernetztes und nachhaltiges Lernen ermöglichen, Gelerntes in anderen Zusammenhängen anwenden, Natur und Kultur unmittelbar kennenlernen und erleben, Freizeit sinnvoll gestalten und vieles andere mehr…

Unser Bundesland Nordrhein-Westfalen, der Bund und die EU haben das Potenzial des Standortes Solingen-Burg erkannt und investieren nahezu 50 Millionen Euro Fördermittel in den Stadtteil und das Schloss. Der Stadtteil Burg und das Schloss werden derzeit umfassend saniert und das Museum konzeptionell neu aufgestellt. Diese Investitionen werden die Aufmerksamkeit vieler Investoren wecken. Und mehr noch: Solingen-Burg ist „trendy“, es bietet touristische Attraktionen für viele Alters- und Interessengruppen und ist zudem idealer Ausgangspunkt zur Erkundung des Bergischen Landes. Deshalb hat eine Jugendherberge am Standort Solingen-Burg das Potenzial sowohl zum Aushängeschild des Bergischen Landes als auch des Deutschen Jugendherbergswerks zu werden!

  • Wir Unterzeichnenden, Landtags- und Bundestagsabgeordnete, Oberbürgermeister und Bürgermeister aus dem Bergischen Land sprechen uns für den Erhalt einer Jugendherberge in Solingen-Burg aus:
  • Wir sind sicher, dass mit einer modernen und weltoffenen Jugendherberge das Bergische Land auch in zukünftigen Generationen attraktiv wahrgenommen und erlebbar wird;
  • Wir sind überzeugt, dass eine Jugendherberge in Solingen-Burg attraktiv und wirtschaftlich geführt werden kann;
  • Wir sind überzeugt, dass eine Jugendherberge in Solingen-Burg die positive Entwicklung rund um „Schloss Burg“ nachhaltig und positiv fördert;
  • Wir glauben, dass die Zukunft mit einem attraktiven Standort in Solingen-Burg durch einen Neu- bzw. Ersatzbau nachhaltig gesichert werden kann;
  • Wir sind bereit, dafür jede mögliche Unterstützung zu geben: Ein attraktives Neubaugrundstück mit großen Expansionsmöglichkeiten kann kurzfristig durch die Stadt Solingen bereitgestellt werden;
  • Wir sind überzeugt, dass junge Menschen und junge Familien, die das Bergische Land und Solingen-Burg besuchen, Gefallen an unserer Heimat finden und den Wohnwert des Bergischen für sich entdecken werden.

„Gründerschmiede“ betreut inzwischen 60 „Starter“

Der Arbeitskreis "Unternehmertum" der Remscheider Wirtschaftsjunioren unter Leitung von Christoph Imber versteht sich als Sparringspartner für Unternehmer in den verschiedenen Phasen von der Unternehmensgründung bis hin zur Nachfolgeregelung. „Ziel und Zweck unserer gemeinnützigen Arbeit ist es, Inspiration und Austausch zwischen unternehmerisch Denkenden und Handelnden zu ermöglichen. Wir durchleuchten Risiken, Stolperfallen und Erfolgsfaktoren anhand unserer eigenen Erfahrungen – ob mit fachlichem Rat (z.B. in Fragen des Gesellschafts- oder Steuerrechts, der Finanzierung, Unternehmensbewertung oder des Vertriebsmodells) oder in der begleitenden Persönlichkeitsentwicklung.“

Wesentliches Projekt ist dabei seit 2015 der zusammen mit jungen Gründern und der Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe e.V. (FGW) initiierte Gründerschmiede Remscheid e.V.. Er hat sich zum Ziel gesetzt, in Remscheid im Bereich „Technik“ eine Start-up-Kultur zu etablieren und Menschen für Unternehmensgründungen zu begeistern. In der „Gründerschmiede“ werden inzwischen 60 „Starter“ beraten und betreut, die „inzwischen alle ihre eigenen Unternehmen gegründet haben“, so Christoph Imber. Dazu gehört auch ein „Starter“, der in einer angemietet Fabrikhalle acht Mitarbeiter beschäftigt.

Das Leistungsangebot umfasst kostenfreies Coworking an verschiedenen Standorten in Remscheid, einen monatlichen Gründerstammtisch zum Netzwerken (jeden zweiten Dienstag im Monat um 18 Uhr im Remscheider Bräu), eine kostenfreie Erstberatung für Gründer mit Experten der Wirtschaftsjunioren, die günstige Anmietung von Konferenzräumen, Nutzung eines Virtual Office (als Geschäftsadresse), ein YouTube-Studio und verschiedene Workshops und Veranstaltungen, bei denen Gründerthemen beleuchtet werden.

Christoph Immer: „In unserem neusten Projekt rütteln wir an der Geschäftsidee von Gründern! Bei unserem ‚Rütteltest‘ können Unternehmensgründer ihre Idee und das Konzept in 15 bis 20 Minuten vorstellen. Im Anschluss werden wir als Experten Fragen stellen, die eventuell offen geblieben sind und ein ausführliches Feedback sowie Verbesserungstipps geben.“

"Eine ausgesprochen gute Wahl getroffen!"

Seit 2015 zeichnet die Remscheider SPD Menschen aus, die sich um unsere Heimatstadt verdient gemacht haben. In Anwesenheit der vorjährigen Preisträger Beate Wilding (2015), Daniela Krein (2016) und Harald Neumann (2017) galt die Ehrung "Stolz auf Remscheid" in diesem Jahr „einer vorbildlichen Unternehmerpersönlichkeit“, dem Remscheider Unternehmer Dr. Walter Spelsberg. Er habe sich als langjähriger Vorsitzender der Remscheider Orchesterfreunde um die Remscheider Kultur verdient gemacht.

In seiner Laudatio ging Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz auf einen Bericht über Spelsbergs Leben ein, den dieser vor vielen Jahren bei den Rotariern gehalten hatte: „Diesen Lebensbericht zu lesen ist wirklich spannend. Er ist ein Dokument eines Mannes, der in der Stadt Remscheid tief verwurzelt ist, und gleichzeitig ein berührendes Dokument eines Mannes, der vieles erlebt hat und gekennzeichnet ist von einer zutiefst demokratischen Einstellung, die ihrerseits von seinen Erfahrungen aus der Zeit der Nazidiktatur geprägt ist. Da ist die Leidensgeschichte des jungen Mannes, der in amerikanische Kriegsgefangenschaft geraten ist und aus ihr entlassen wurde, weil er glaubhaft vorgeben konnte, Landwirt zu sein. Erschrocken hat mich sein damaliges Alter. Er war noch keine 17 Jahre, als er nach Hause zurückkehren konnte. Gerade zum Kriegsende wurden viele Jugendliche von den Nazis und der Wehrmacht eingezogen, missbraucht für einen schon längst verlorenen Krieg, einem totalitären Regime geopfert. Sein älterer Bruder hat diesen Wahnsinn nicht überlebt und ist mit 20 Jahren kurz vor Kriegsende gefallen.“

„Remscheid ist eine Stadt, auf die ihre Einwohnerinnen und Einwohner zu Recht stolz sein können! Remscheid ist eine Stadt, für die es sich lohnt sich zu engagieren. Das machen viele hundert Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Hierfür sind wir als Remscheider SPD dankbar.“ (Zitat aus dem Programmflyer des SPD-Neujahrsempfangs 2018)

Eigentlich hatte Walter Spelsberg Musiker werden wollen. Schon in der Schule sang er und spielte Geige, führte in der EMA 1938 als Mitglied im Schulchor den Messias auf. „Wohlgemerkt, nach der Reichsprogromnacht, lange nach der Vereinnahmung der Kirche in die staatlich verordneten so genannte ‚deutsche Christen‘, zu einer Zeit, als die Verfolgung von Juden, Kommunisten, Sozialdemokraten und engagierten Christen längst an der Tagesordnung war. Da bedurfte es sehr viel Mut, in Anwesenheit von Zuhörern in braunen Uniformen die befreiende Botschaft des Evangeliums vorzutragen“, betonte der OB.

Die Karriere als Musiker scheiterte am Veto des Vaters. Später habe er seinen Aufstieg in die Höhe des Virtuosentums selbst angezweifelt, verriet Mast-Weisz. Denn: „Eine Rolle in einem Orchester hätte für ihn zur Folge gehabt, so spielen zu müssen, wie der Dirigent es gerade will. Da wird der bergische Dickkopf in ihm mehr als deutlich!“

Also blieb Walter Spelsberg im elterlichen Handwerksunternehmen, dessen Wurzeln bis zum 30-jährigen Krieg (1618 bis 1648) zurückreichen. Sein Vater weihte ihn in die Feinformschmiede-Arbeit ein. Woraus allerdings keine richtige Liebe erwuchs. Sein Weg in das Studium der Betriebswirtschaft musste er sich durch Semesterferienarbeit selbst finanzieren. 1954 schloss er es ab, 1956 promovierte er in Innsbruck.

Und immer wieder Musik. Mit Studenten der Musikhochschule, mit der Remscheider Kantorei unter Kurt Pantzer. Dort lernte Spelsberg auch seine Frau Ursula Dohrmann kennen. Nach zwei Jahren Tätigkeit bei einem Solinger Wirtschaftsprüfer trat er am 1. April 1959 in das Unternehmen ein und übernahm schon drei Jahre später die Gesamtverantwortung. Der Oberbürgermeister weiter: „Der Erfolg von Dohrmann ist gerade sein Erfolg. Die vielen Projekte des Unternehmens aufzulisten würde den Rahmen sprengen. Neben dem traditionellen Straßen- und Tiefbau kamen weitere Tätigkeitsfelder dazu, so z.B. Hoch- und Ingenieurbau, Industriebau und Baustoffproduktion. Berufliche Erfolge in einem Familienunternehmen, das von Schicksalsschlägen nicht verschont blieb: Seine Frau Ursula starb 2001, sein Sohn Peter auch viel zu früh 2013.“

Für Burkhard Mast-Weisz sind es vier wesentliche Aspekte, die Dr. Walter Spelsberg auszeichnen und für die er nun zu Recht ausgezeichnet werde:

"Er ist ein erfolgreicher Unternehmer, der mit dem Erreichten nie zufrieden war, der immer auch danach gefragt und gehandelt hat, wie denn auf der Basis des Erreichten Weiterentwicklungen möglich sind. Und diese hat er auch umgesetzt.

Er ist ein der Kultur sehr verbundener Mensch mit einer ungebrochenen Liebe zur Musik. Er ist Unterstützer des Orchesters, er ist einer der maßgeblichen Orchesterfreunde; ohne sein Engagement hätten viele wunderbare Kulturveranstaltungen und Projekte nicht stattfinden können.

Er ist dieser Stadt sehr verbunden. Er hängt an ihr, verschließt aber gerade deswegen nicht die Augen vor Entwicklungen, die ihm nicht gefallen. Er fragt in dem von mir erwähnten Lebensbericht mehrfach, ob die Stadt heute anders aussehen würde, wenn sich die Bürgerschaft frühzeitig eingebracht hätte, wenn Politik und Bürgerschaft frühzeitig zu einem gemeinsamen Konsens gefunden hätten. Wie aktuell dieses Thema ist, erleben wir ja heute, wenn es darum geht, bei den Planungen zu Belebung der Innenstadt möglichst viele und durchaus kontroverse Ideen zu einem gemeinsamen Vorgehen zu verknüpfen. Wir sollten seine Frage ernst nehmen. Viele unserer Entscheidungen wirken sehr lange nach. Umso wichtiger ist es, sie mit breitem politischem Konsens zu treffen und die Bürgerschaft, wo immer es geht, einzubinden. Das ersetzt nicht die eigene Verantwortung eines und einer jeden im Rat, in den Bezirksvertretungen und in den Ausschüssen und Beiräten. Sie muss aber erklärbar und nachvollziehbar sein.

Er hat vieles erreicht, er hat aber auch viel tragen müssen. Er ist ein sehr bescheidener und dankbarer Mensch mit viel Gottvertrauen. Er tut vieles im Stillen, erwartet keinen Dank, zu unterstützen scheint sein Anliegen zu sein. Unsere Stadt ist sein Anliegen. Sehr geehrter Herr Dr. Spelsberg, ich freue mich sehr, dass die SPD Sie zu dieser Auszeichnung vorgesehen hat. Sie hat eine ausgesprochen gute Wahl getroffen. Sie haben diese Auszeichnung ausdrücklich verdient!“

„Ich freue mich über diese Ehrung“, sage der Geehrte nach den ersten Glückwünschen. Mag sage den Remscheidern zwar nach, ihr Stolz auf ihre Heimatstadt sei wenig ausgeprägt. Dabei hätten sie dafür Grund genug. Dank gab Dr. Walter Spelsberg an Malermeister Helmut Epe weiter, ein langjähriger Weggefährte bei den Remscheider Orchesterfreunden, der sich um die Akustik des Theaters und des Probenraumes der Orchestermusiker verdient gemacht habe. „Seine“ Firma Dohrmann bezeichnete er als „eines der wenigen Bauunternehmen, das mit den Großen in der Branche noch mithalten kann“. 2020 feiert die Firma ihr 125-jähriges Bestehen. Spelsberg scherzhaft: „Dann wird auch die Trecknase längst fertig sein. Das ganze marode Straßensystem, die Folge einer verfehlten Verkehrspolitik, wahrscheinlich leider nicht!

VRR hält frühere Tunnelsanierung für machbar

Martin Husmann, Vorstandssprecher des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR). Foto: Lothar KaiserSanierung des Rauenthaler Tunnels in weiter Ferne“, prophezeite die Remscheider SPD am 22. September 2017 in einer Pressemitteilung – und meinte damit das Jahr 2030. Der Rauenthaler Tunnel liegt kurz vor dem Bahnhof Oberbarmen und wird von der S7 (Der Müngstener) durchfahren. Der fast 120 Jahre alte Tunnel (gebaut 1897/1898) entspricht schon lange mehr den heutigen Anforderungen an einen modernen Eisenbahnverkehr. Das bestätigte am vergangenen Donnerstag im Haupt- und Finanzausschuss Martin Husmann, der Vorstandssprecher des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR). Doch vom Termin 2030 wollte er noch nichts gehört haben: „Das irritiert mich jetzt!“ Er sagte den Ausschussmitgliedern zu, sich bei der DB Netz AG als Auftraggeber für die Sanierungsarbeiten zu erkundigen und Druck zu machen. Denn: „Einen solchen Termin würde ich nicht akzeptieren!“ Nachdem die Bohrungen zur Erneuerung des „Rauenthaler Tunnels“ im Juli vorigen Jahren durchgeführt worden sind,  „sollte man bei einer Bauzeit von rund 18 Monaten nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens eigentlich ein Ende der Tunnelsanierung bis 2022/23 erwarten können“, so der Sprecher des VRR.

Das Martin Husmann ebenfalls nicht auf dem Schirm hatte: „Diro Stahl“ in Lüttringhausen ist auf die Bahnverbindung angewiesen. Eine längere Schließung der Strecke nach Wuppertal wegen Bauarbeiten könnte das Stahlunternehmen in den Konkurs treiben, dann in Richtung Solingen, über die Müngstener Brücke, dürfen keine Güterzüge mit Schwerlast mehr fahren.

Angesprochen wurde von Sven Wolf und anderen Ausschussmitglieder auch die seit langem geforderte Direktverbindung von Remscheid über Solingen nach Köln. Doch hier konnte Martin Husmann keine Hoffnung machen. Das läge an der „sehr dichte Trassenbelegung“ zwischen  Solingen und Deutz, und die Weiterfahrt über Hohenzollernbrücke sei technisch nicht möglich, ebenso wenig aber auch ein Wenden des Zuges in Deutz.

Eine Direktverbindung Remscheid - Düsseldorf sei dagegen fahrplantechnisch möglich und würde die Reisezeit von 51 Minuten auf 40 Minuten reduzieren. Aktuell liegt eine Preisanfrage vom Streckenbetreiber Abellio zur Beschaffung der zusätzlichen notwendigen Fahrzeuge eine Anfrage beim Fahrzeughersteller vor, um daraufhin eine unverbindliche Preiskalkulation erstellen zu können.