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Remscheider Frauen kamen mit vielen Themen



Pressemitteilung des SPD-Landtagsabgeordneten Sven Wolf

Dreißig Frauen von der Evangelischen Kirchengemeinde Lennep besuchten vor einigen Tagen den Remscheider Landtagsabgeordneten Sven Wolf in Düsseldorf und sprachen mit ihm über Lenneper Anliegen und bundesweite Themen. So war die Situation der Beschäftigten im Schul-, Sozial- und Pflegebereich ein großes Thema. Die Besucherinnen machten sich Sorgen um die Arbeitsbelastung beim ambulanten Pflegedienst und um den Mangel an Facharbeitskräften, und sie diskutierten mit dem Abgeordneten über die Ursachen.

Ein wenig aufgehalten wurde das Programm der Besuchsgruppe durch hohen Staatsbesuch: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besuchte an diesem Tag das Land Nordrhein-Westfalen und den Landtagspräsidenten. Die entgangene Viertelstunde wurde aber zur Diskussion hinzugefügt und war auch nötig in Anbetracht der vielen engagierten Beiträge der Remscheiderinnen. „Ich freue mich über das Interesse und vor allem über die kritischen Anmerkungen und Nachfragen. Ich nehme auch Anliegen - wie die Kritik am Spielplatzangebot im Viertel - mit in die weitern Besprechungen mit der Ratsfraktion in Remscheid“, sagte Sven Wolf. „Auch wenn die Stadt bei der Planung zu dem Schluss gekommen ist, dass die vorhandenen Spiel-Möglichkeiten in einem Quartier ausreichen, muss man sich darum kümmern, dass die vorhandenen Spielplätze auch in ordentlichem Zustand sind. Wenn die Menschen das Gefühl haben, dass sie mit ihren Kindern oder Enkelkindern dort nicht mehr gefahrlos hingehen können, müssen wir das sehr ernst nehmen.“

Hier zeigte sich, dass die Besucherinnen vieles bereits selbst in die Hand genommen hatten oder die Stadt informiert hatten – vom Fehlen einer Schraube bei der Schaukel bis zur Suche nach den Armen eines Clowns. „Schöne Spielplätze entstehen besonders dann, wenn Kinder und Angehörige an der Planung der Ausstattung mit Spielgeräten beteiligt werden“, so Wolf. „Denn natürlich wissen Kinder am besten, wie man wirklich gut spielen kann. Hier wollen wir auch in Zukunft mehr Beteiligung unterstützen.“

„LüttringHASEN“ diesmal auch mit Handy-App

Am Samstag, 31. März 2018, findet im Herzen der Lütterkuser Altstadt nun zum bereits dritten Mal die Osteraktion „LüttringHASEN“ statt. Neben den Geschäftsleuten aus Richthofen- und Gertenbachstraße nehmen diesmal auch Händler von der Kreuzbergstraße teil. Veranstalter der Aktion ist erneut die „Vereinigung Gertenbachstraße“ in Kooperation mit dem Heimatbund Lüttringhausen. Sie laden für diesen Tag alle Kinder mit ihren Familien zur großen Hasensuche ein. Von 10 bis 13 Uhr dürfen die Kinder dann Süßigkeiten, Papeterie-Artikel und andere Kleinigkeiten, zu großen Teilen aus fairem Handel, rund um die teilnehmenden Geschäfte suchen. Die ansässigen Cafés und die Geschäfte sind währenddessen normal geöffnet.

Der rosafarbene Osterhase vom letzten Jahr wird die Besucher wieder fröhlich bespaßen, zur Verstärkung hat er eine junge rosafarbene Häsin dabei. Als besondere Neuerung gibt es eine Handy-App mit Namen „LüttringHASEN GO“, die Charly Schulte, Sohn von Sandra und Thomas Schulte, entwickelt hat. Damit können in den teilnehmenden Läden virtuelle Ostereier gesammelt werden. Unter allen Teilnehmern, die per App Eier sammeln, werden zusätzliche Preise verlost.

Unterstützt wird die Osteraktion „LüttringHASEN“  wieder von mehreren Schauspielern der Lüttringhauser Volksbühne, die das Lütterkuser Dorp in ihren klassischen Kostümen als wunderbare Kulisse nutzen wollen. Gleichzeitig werben sie um Publikum für die mundartlichen Aufführungen auf der Heimatbühne und für den „Restaurant-Day“, ebenfalls eine Kooperation mit den Händlern der Gertenbachstraße: Im Anschluss an die Aufführung der Volksbühne am 16. Juni wird sich das Dorf ebenfalls zum dritten Mal in eine kulinarische Meile mit Kunst und Live-Musik verwandeln. (Auf www.luettringhasen.de sind alle aktuellen Informationen und Unterstützer der Veranstaltung zu finden.“

Ferienprogramm "Natur": Kinder und Insekten

Gleich zweimal können Kinder sich in den Osterferien mit der Welt der Insekten beschäftigen. In der Natur-Schule Grund werden sich Kinder im Grundschulalter am Dienstag, 27. März, von 10 bis 13 Uhr als Helfer für die Insekten betätigen. Im Außengelände geht es um weitere Nisthilfen für das große Insektenhotel, um die insektengerechte Pflege der Flächen rund um die Nisthilfen und um die Anlage weiterer insektengemäßer Flächen. Dabei lernen die Kinder diejenigen Arten erkennen, denen wir Menschen helfen können. Am Mittwoch, dem 28. März, geht es wiederum von 10 bis 13 Uhr um das Erforschen der Insektenwelt. Welche der von der Außentemperatur abhängigen Tiere sind jetzt schon zu finden, wo und wie leben sie? Und woran erkenne ich überhaupt ein Insekt?Beide Aktionen finden in der Natur-Schule Grund, Grunder Schulweg 13, in Remscheid statt. Die Teilnahme kostet je Kind acht Euro.Für beide Aktivitäten ist eine Anmeldung erforderlich unter E-Mail info@natur-schule-grund.de" target="_blank">info@natur-schule-grund.de, Tel. RS 3748239 oder über die facebook-Seite der Natur-Schule unter www.facebook.com/Umweltbildungsstation.remscheid/.

16. Jugendhilfetag im Neuen Lindenhof

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Zum Thema Kinderschutz im Dialog - Gemeinsam für Kinder im Kontext häuslicher Gewalt findet am Mittwoch, 21. März, der 16. Remscheider Jugendhilfetag statt. Häusliche Gewalt umfasst alle Formen physischer, sexueller und/oder psychischer Gewalt gegenüber Personen. Kinder, die in einer Gewaltfamilie aufwachsen, erleben Tag für Tag extreme Unsicherheit, Anspannung und Angst. Sie spüren existentielle Angst, sie fühlen sich schuldig und hilflos und dürfen nicht darüber reden.

Häusliche Gewalt – selbst erfahren oder aus dem kindlichen Abhängigkeitsverhältnis heraus beobachtet – bedeutet eine Gefährdung des Kindeswohls. Der 16. Jugendhilfetag in Remscheid will sich deshalb den Kindern im Kontext häuslicher Gewalt widmen und im Dialog mit allen Akteuren, die mit betroffenen Familien zu tun haben, auf einen umfassenden Kinderschutz hinarbeiten. Prof. Dr. Ludwig Salgo, bekannt als "Anwalt des Kindes", wird hierbei mit seinem juristischen Knowhow und seinen langjährigen Erfahrungen unterstützen.

Begleitend zum Jugendhilfetag 2018 ist in der Zeit vom 20. bis 28. März die Ausstellung "Zerrissen – Kinder als Opfer häuslicher Gewalt" im "Neuen Lindenhof" zu sehen. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Ministeriums für Gesundheit und Soziales Sachsen-Anhalt, des Landeskriminalamtes Sachsen-Anhalt und der LIKO-Landesintervention und Koordination bei häuslicher Gewalt und Stalking in Sachsen-Anhalt, unterstützt durch die Fachhochschule Polizei Sachsen-Anhalt.

Kontakt mit eigenem Kind wichtiger als Smartphone

Vertreterinnen und Vertreter des Netzwerks Frühe Hilfen, der Stadt Remscheid, der Fachstelle Frühe Hilfen und des Lokalen Bündnis für Familie starteten gestern die Kampagne „Im Kontakt?!" Sie soll im Laufe des Jahres mit Hilfe von 1600 Plakaten, Veranstaltungen und gezielten Ansprachen möglichst viele junge (und ältere) Eltern zu einem Nachdenken bewegen über die Auswirkungen eines allzu intensiven Gebrauchs von Smartphones auf die Entwicklung ihrer Kinder. Ein informativer Appell ohne erhobenen Zeigefinger soll es werden, wie die Veranstalter gestern Nachmittag auf einer Pressekonferenz im Neuen Lindenhof auf Honsberg betonten. Das zeigte sich bereits an den vier verschiedenen heiteren Motiven der Plakate. Sie setzen sich  auf eine positive Art mit der Smartphone-Nutzung junger Eltern in Alltagssituationen auseinander. Gestaltet wurden sie von der Cartoonistin Renate Alf, und zu sehen sein werden sie in den nächsten Tagen und Wochen in den Remscheider Kindertagesstätten, Geschäften, im Sana-Klinikum, in Schulen, bei Kinderärzten und in Beratungsstellen, also an vielen Orten, die von jungen Familien besucht werden. Die durchaus ernste Botschaft dieser Plakate: Eine übermäßige Smartphone-Nutzung durch die Eltern stört die Entwicklung von Bindung und Beziehung zwischen Vater/Mutter und Kind. Und mehr noch: Das schlechte Vorbild der Eltern prägt womöglich den späteren Umgang der Kinder mit elektronischen Medien. Je höher also die Medienkompetenz der Eltern, desto besser dürfte das für die Entwicklung des Kindes sein.

Prof. Dr.  Rainer Riedl, Direktor des Instituts für Medizinökonomie & Medizinische Versorgungsforschung an der Rheinischen Fachhochschule Köln, gestern in Remscheid. 

Wissenschaftlich untermauert wurde das in der gestrigen Auftaktveranstaltung von Prof. Dr. med. Dipl.-Kfm. (FH) Rainer Riedl, Arzt für Nervenheilkunde, Psychotherapie, Direktor des Instituts für Medizinökonomie & Medizinische Versorgungsforschung an der Rheinischen Fachhochschule Köln (RFH). Dafür interessierten sich im großen Saal des Lindenhofs ab 17 Uhr rund 90 Eltern und Fachkräfte aus Kindertageseinrichtungen, Schulen, offenen Jugendfreizeiteinrichtungen sowie öffentlicher und freier Jugendhilfe. Riedls  Fachvortrag informierte über das von der Bundesregierung geförderte Projekt „BLIKK-Medien" (Bewältigung, Lernverhalten, Intelligenz, Kompetenz, Kommunikation). Darin hatten Kinderärzte in Deutschland rund 5.600 Kinder und Jugendliche untersucht, darüber hinaus hatten diese und ihre Eltern einen Fragebogen beantwortet, der ihrem Umgang mit elektronischen Medien galt. Der Referent empfahl den Eltern, ihren Kindern in den ersten drei Lebensjahren elektronische Medien nicht zum Spielen zu überlassen, weil sie zu eindimensional seien. Ein Bilderbuch zum Ausmalen fördere die Feinmotorik und Konzentrationsfähigkeit der Kleinkinder weit mehr. Aber auch die Eltern selbst sollten verstärkt darauf achten, wann und wo sie ihr Smartphone nutzen - und wo besser nicht. Etwa auf dem Spielplatz, wo Vater/Mutter ihr Kind immer wieder im Blick haben sollten. Es stimme nachdenklich, dass sich die Zahl der jährlichen Unfälle mit Kindern auf Spielplätzen verdreifacht habe. Aber in der Wohnung – beim gemeinsamen Essen oder beim Spielen mit dem Kind – sollte das Smartphone „Sendepause“ haben. Motto: Ohne Gespräche zwischen Vater/Mutter und Kind keine Förderung der Bindungsfähigkeit und der Sprachentwicklung!

Flankierende Aktionen übers Jahr sollen das Thema in der öffentlichen Diskussion halten:

  • Die Fachstelle Frühe Hilfen und das Lokale Bündnis für Familie werden beim Tag der Offenen Tür der Frauenklinik im Sana-Klinikum am 21. April von 11 bis 16 Uhr mit der  „Fotobox - Blickkontakt von Anfang an erwünscht" eine Mitmach-Aktion für junge Eltern anbieten. Diese können sich dort mit ihren Kindern oder als Paar während der Schwangerschaft fotografieren lassen. Und erhalten bei der Gelegenheit Informationen über die Bedeutung der Bindung zum Kind.
  • Die 60 Kindertageseinrichtungen in freier und städtischer Trägerschaft unterstützen die Aktion nicht nur durch den Aushang der Plakate, sondern greifen die Thematik auch in den Fachgesprächen der gemeinsamen Netzwerke auf. Denkbar sind im Anschluss weitere Veranstaltungen im Rahmen von Elternabenden oder Elternbildungsangeboten der Familienzentren.
  • Die Pantomimin Annedore Wirth wird ein Auftritts- bzw. Aktions-Format zum Thema Smartphone-Nutzung und Kontakt mit Kindern entwickeln, das Alt und Jung mit Charme & Witz, Ernst & Tiefgang und meist einem "zwinkernden Auge" zum Nachdenken anregen soll. Das eigens hierfür entwickelte Stück soll bei Festen und Veranstaltungen gezeigt werden.
  • Das Durchsholzer Marionetten- und Puppentheater von Markus Heip entwickelt einen Videoclip für die Internetplattform YouTube, der ebenfalls zum Schmunzeln und Nachdenken anregen soll. Für Liveauftritten  bereitet das Theater eine spannende Interaktion zwischen Künstler, Puppe und Publikum vor (gesponsert von der  Ulrike und Lothar Kaiser Stiftung).

CDU zog Anträge mit Drohgebährde zurück

JHA-Sitzung wurde für CDU zum totalen Debakel“, berichtete der Waterbölles gestern. Im Jugendhilfeausschuss (JHA) war die CDU-Fraktion, mit zwei Anträgen krachend (nur ihre eigenen vier Ja-Stimmen) gescheitert, die Ausgliederung der städtischen Kindertageseinrichtungen aus dem Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen a) in den Bereich Schule bzw. b) in eine selbstständige Organisationseinheit prüfen zu lassen sowie die neuen Herausforderungen in der Jugend- und Sozialpolitik in einem Handlungskonzept inhaltlich und personell zu benennen. Alle übrigen Ausschussmitglieder, auch die Vertreter der freien Träger, hatten dafür keine Notwendigkeit gesehen. Aus dieser Abstimmungsniederlage, die einem politischen Eigentor gleich kam, zog die CDU-Fraktion in der gestrigen Sitzung des Haupt- und Finanzausschuss schon bei der Festlegung der Tagesordnung Konsequenzen: Fraktionsvorsitzender Jens Peter Nettekoven gab Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz zu verstehen, über diese Anträge brauche nicht mehr abgestimmt zu werden. Nach kurzer Irritation stellte der OB die richtige Frage: "Heißt das, beide Anträge werden zurückgezogen?"  Antwort !Ja".

Hätte es Nettekoven dabei belassen, wäre das Thema kurz und bündig beendet gewesen. Aber er legte nach und warf dem OB vor, die Anträge der CDU in der Vollversammlung der SPD thematisiert und sie an die Mitarbeiter/innen der städtischen Kitas weitergeleitet zu haben, um sie zu mobilisieren. Sollte sich Letzteres als zutreffend herausstellen, werde er sich juristische Schritte vorbehalten.

Burkhard Mast-Weisz wies den Vorwurf der Stimmungsmache zurück und betonte, als Verantwortlicher in dieser Verwaltung habe er das Recht, zu jedweden Anträgen der Politik Stellung zu beziehen. Im Übrigen denke er nicht im Entferntesten daran, die Kitras aus dem Fachbereich (des Jugendamtes) auszugliedern und sei nun froh, dass die CDU auf ihre Anträge verzichte.

Das sei eine kluge Entscheidung, knüpfte hier der SPD-Fraktionsvorsitzende Sven Wolf an. Vergeblich versuchte Nettekoven, diese und die folgenden Stellungnahmen von Sprechern der Grünen und der Linken zu unterbinden. Der Oberbürgermeister: „Herr Nettekoven, Sie haben ihre Meinung sagen können, und das können jetzt auch andere!“

So konnte denn Sven Wolf mit dem Vorwurf an die CDU fortfahren, diese habe, als sie ihre Anträge stellte, übersehen, dass diese Irritationen auslösen würden. Und David Schichel von den Grünen ergänzte, die Anträge seien auch inhaltlich schlecht gewesen, da sachfremd. Die Kitas seien in ihrem jetzigen Fachbereich gut integriert. Nettekoven hielt dem Oberbürgermeister vor, diese Meinungsäußerungen nicht unterbunden  zu haben, verlangt ein Wortprotokoll und wiederholte seine Androhung von juristischen Schritten.

Kurzkommentar des Waterbölles: Ein Zeichen für Dünnhäutigkeit, verbunden mit dem Versuch, noch halbwegs elegant aus dieser selbst verschuldeten peinlichen Lage herauszukommen. Eine kluge Politik und ein halsstarriges „Mit dem Kopf durch die Wand“ schließen sich nun mal aus. Es wäre besser gewesen, die CDU hätte bei den demokratischen Parteien im Rat frühzeitig vorgefühlt, was sie von einem Ämterwechsel der städtischen Kitas hielten. Dann wäre das Ganze sicher schnell und unauffällig unter den Tisch gefallen – ohne Gesichtsverlust für die CDU.

JHA-Sitzung wurde für CDU zum totalen Debakel

Im Jugendhilfeausschuss (JHA) war gestern Punkt 9.3 der Tagesordnung der Antrag der CDU-Fraktion, man möge die Verwaltung mit einem „zukunftsorientierten Handlungskonzept für den Jugend- und Sozialbereich“ beauftragen. Begründet hatte die CDU ihren Antrag mit der Mitteilungsvorlage von Sozialdezernent Thomas Neuhaus, im Verwaltungsvorstand werde seit der Pensionierung von Petra Hellmann-Wien über eine Neuorganisation ihres bisherigen Fachdienstes Jugend, Soziales und Wohnen nachgedacht. Die Verwaltung möge die neuen Herausforderungen in der Jugend- und Sozialpolitik in diesem Handlungskonzept inhaltlich und personell benennen, so die CDU.  Doch ihr Antrag, der als Empfehlungsbeschluss an dem Rat der Stadt hätte weitergeleitet werden sollen, bekam lediglich vier Ja-Stimmen von den Ausschussmitgliedern der CDU.

Dass der Antrag zuvor nicht zurückgezogen wurde, spricht dafür, dass die CDU - wie so oft - kein Drehbuch hatte. Denn kurz zuvor war im JHA mit dem gleichen niederschmetternden Stimmenergebnis auch ihr Antrag hängengeblieben, durch die Verwaltung die Ausgliederung der städtischen Kindertageseinrichtungen aus dem Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen a) in den Bereich Schule bzw. b) in eine selbstständige Organisationseinheit prüfen zu lassen. Als sich dieser Antrag bei der Abstimmung als politisches Eigentor herausstellte, hätte die zweite Niederlage noch durch ein Zurückziehen der Forderung nach einem Handlungskonzept vermieden werden können. So aber wurde die gestrige JHA-Sitzung für die CDU zu einem totalen Debakel. Und auf der nahezu vollbesetzten Zuschauertribüne des großen Sitzungssaales im Rathaus applaudierten die Erzieherinnen und Erzieher aus den städtischen Kindertagesstätten, weil sie genau das erhofft hatten.

Dabei hätte die CDU ihre Niederlage bei diesen beiden Abstimmungen voraussehen können. Denn gestern um 12.35 Uhr veröffentlichte der Waterbölles eine Presseerklärung der SPD-Fraktion, die unmissverständlich war: Die „SPD-Fraktion lehnt eine Ausgliederung der Kindertageseinrichtungen aus dem Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen ab.“ Denn deren Zugehörigkeit zum Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen habe sich bewährt. Im Übrigen fehle dem Rat der Stadt die Kompetenz, auf die Zuschnitte von Fachdiensten und Dezernaten Einfluss zu nehmen. Die CDU-Fraktion greife mit ihrer Forderung  massiv in die Organisationshoheit des Oberbürgermeisters ein.

Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Katharina Keil griff das in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses auf. Man habe mit dem bedarfsgerechten Ausbau der Kitaplätze und der Sicherung der Finanzierung der Einrichtungen genug Probleme, die es zu lösen gelte. „Wir haben die Kinder, die Erzieherinnen und Erzieher im Fokus unserer Arbeit und nicht den Einfluss auf die verwaltungsinterne Organisation“, sagt Keil und erntete bei den Erzieher/innen auf der Zuschauertrine mit ihrer Auffassung lauten Beifall, für organisatorische Veränderungen gebe es keinerlei sachliche Gründe. Dass CDU-Sprecherin Thea Jüttner (in einer Pressekonferenz) bereits personelle Vorstellungen geäußert habe, verwundere und irritiere doch sehr, da diese Stelle erst noch ausgeschrieben werden müsste, so Keil.

Ingrid Rosiejka. Foto: Lothar Kaiser Verständnis für diese Irritation zeigte Ingrid Rosiejka (Foto rechts), Leiterin der Kita „Villa Kunterbunt“ und Sprecherin der "AG Kita". Auch sie betonte, die städtischen Kindertagesstätten sollten unter dem Dach des Jugendamtes bleiben. Dem schlossen sich Jutta Velte (Grüne) und Brigitte Neff-Wetzel (Linke) an. Neff-Wetzel: „Ich habe nichts erkennen können, was in diesem Fachbereich falschgelaufen wäre. Was soll also dieser Antrag der CDU?!“

Es handele sich doch nur um einen Prüfauftrag („nichts Schlimmes!“), hatte Thea Jüttner zuvor versucht, die Gemüter zu beschwichtigen. Bei dem Begriff „Ausgliederung“ hätten offenbar bei vielen die Alarmglocken geläutet. Sie verstehe die Zuordnung der Kitas zum Fachbereich Schule / Bildung als einen „innovativen Ansatz“. Wenn die Stadt Remscheid „dafür noch nicht so weit“ sei, könne man aus den Kitas ja auch ein selbständiges Amt machen, damit der neue Amtsleiter dann zu seinem Dezernenten und zum Verwaltungsspitze einen direkten Draht habe. Ob das als Kritik an der pensionierten Fachbereichsleiterin Petra Hellmann-Wien zu verstehen sei, wollte Jutta Velte wissen. Eine rhetorische Frage, auf die sie keine Antwort bekam - und auch keine erwartet hatte. Wen Thea Jüttner (CDU), die frühere Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses,  denn als neuen Amtsleiter im Sinn gehabt hatte, sagte sie ebenfalls nicht.

 

Kitas: Schritt zur Problemlösung erst 2019/2020

 

Alter der Kinder zum Kindergartenjahr

Unberücksichtigte Anfragen

6 Jahre

    3

5 Jahre

  31

4 Jahre

  66

3 Jahre

193

2 Jahre

324

1 Jahr

125

U 1

    8

Insgesamt

750

Zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 14. März liegt inzwischen die Antwort der Verwaltung auf eine SPD-Anfrage von Anfang Januar vor. Demnach hat eine Auswertung über das Online-Anmeldeverfahren „Little Bird“ mit Stand vom 26. Februar ergeben, dass 750 Kinder noch keinen Kindergartenplatz erhalten haben. Zitat: „Die Platzvergabe in den Kindertageseinrichtungen ist weitestgehend abgeschlossen. Wenn feststeht, welche Kinder einen Platz in einer Einrichtung erhalten und  deshalb die Tagespflegestelle verlassen, kann die Platzvergabe in den Tagespflegestellen abgeschlossen werden. Hier können in den nächsten Wochen noch Kinder ein Platzangebot erhalten. Durch weitere Überbelegungen und die Inbetriebnahme einer zusätzlichen Waldgruppe in der KTE Steinackerstraße (der evangelischen Christusgemeinde) können noch etwa 30 weitere Plätze geschaffen werden.“ Die Tabelle rechts zeigt das Alter der 750 Kinder ohne Kita-Platz in 2018/19.

Zu der Frage der SPD, wie viele Kinder im kommenden Schuljahr in die Grundschule eingeschult werden, ohne vorher einen Kindergarten besucht zu haben, lägen ihr keine Daten vor, teilt die Verwaltung mit. Für diese Kinder könnten keine Alternativen angeboten werden.

In einer zweiten Vorlage zum Ausbau der Kitas in Remscheid wird auf die Inbetriebnahme der drei geplanten Einrichtungen Arturstraße, Fritz-Ruhrmann-Straße und Sedanstraße verwiesen. Dadurch sollen zum Ende des Kindergartenjahres  2018/2019 weitere 270 Plätze geschaffen werden. „Damit wären dann 375 der insgesamt 702 zu schaffenden Plätze vorhanden“, so die Verwaltung. Und weiter: „Die übrigen zu errichtenden Kindertagesstätten sollen soweit möglich im Kindergartenjahr 2019/2020 ihren Betrieb aufnehmen. Die Vorbereitungen für eine zeitnahe Umsetzung werden bereits getroffen, allerdings sind die Gespräche mit Trägern, Investoren, Grundstückseigentümern etc. noch nicht abgeschlossen. Es ist zu erwarten, dass demnächst nach Abschluss der Gespräche zwischen möglichem Träger und dessen Investor erste Planungen für den Standort Hackenberg vorliegen werden. Bei einem geeigneten Standort im Stadtbezirk Alt-Remscheid zeichnet sich keine schnelle Lösung ab, eine Inbetriebnahme noch im Kindergartenjahr 2019/2020 ist fraglich. Soweit sich kein geeigneter und früherer verfügbarer Alternativstandort findet, könnte dieser erst nach Auslaufen der Übergangslösung Am Stadtpark zur Verfügung stehen.“

Waldprojekt begeistert Jungen und Mädchen

Im Rahmen ihrer „Waldprojekt“-/Tage brachten gestern Schülerinnen und Schüler der Hilda-Heinemann-Schule im Wald nahe ihrer Förderschule unter Anleitung von Mitarbeitern des Stadtforstamtes Remscheid selbst gebaute Nistkästen an. Mit diesen wollen die Jungen und Mädchen das Angebot an Bruthöhlen für diverse höhlenbrütende Vogelarten verbessert, insbesondere für Bunt-, Grün- und Mittelspecht. Dass sie damit rechtzeitig vor Beginn der Brutsaison einen wertvollen Beitrag für den Naturschutz und somit für einen gesunden Wald leisten, bescheinigte ihnen gerne Stadtförster Markus Wolff.

Kita-Antrag der CDU kam nicht zur Sprache

Etwa 20 Erzieherinnen und Erzieher aus städtischen Kindertagesstätten waren gestern als Zuhörer in die Sitzung des Schulausschusses in der Mensa der Nelson-Mandela-Schule gekommen, um mehr zu erfahren über die Gründe, die die CDU bewogen hat, den Antrag zu stellen, die Verwaltung möge entweder die Ausgliederung der städtischen Kindertageseinrichtungen aus dem Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen a) in den Bereich Schule oder b) in eine selbstständige Organisationseinheit prüfen lassen. Darüber rätselt derzeit auch die der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Sie forderte in der vergangenen Woche: „Diskussion um Kita-Ausgliederung beenden!“

Gestern nun wurde nicht diskutiert. Denn auf Antrag der SPD wurde das Thema von der Tagesordnung genommen. Erden Ankay-Nachtwein hatte zuvor für die SPD Beratungsbedarf angemeldet. Die nächste Gelegenheit für die Erzieherinnen und Erzieher, von der CDU Konkretes zu hören, dürfte sich voraussichtlich am Mittwoch, 14. März, um 17 Uhr im Jugendhilfeausschuss ergeben. Der tagt dann im Großen Sitzungssaal des Rathauses.